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Am 17. März

Aktion: „Herten putzt sich raus“

06.02.2012 | 18:17 Uhr
Aktion: „Herten putzt sich raus“
Ab dafür: Männer wie Thomas Vieth (r.) und Hans Pusch vom ZBH wissen, wie man Müll abfährt. Müll, der auch am 17. März wieder gesammelt wird. Foto: Lutz von Staegmann

Herten.Der 17. März, für Bürgermeister Dr. Uli Paetzel und seine Stellvertreter Karl-Heinz Forst und Winfried Kunert ein fester Termin. Denn dann wird das gemeinhin piekfein gekleidete Trio Schlips und Kragen gegen Blaumann und Arbeitshandschuhe tauschen und mit großen Müllsäcken durch die Fußgängerzone ziehen. „Herten putzt sich raus“, heißt es an diesem Tag. Ehrensache, dass auch die Stadtoberhäupter mit von der Partie sind.

„Wir sind dann gerade ins frisch renovierte Rathaus zurückgezogen und werden von dort aus Richtung Place d’Arras gehen und all’ den Müll einsammeln, der uns vor die Handschuhe kommt“, erklärt Paetzel. Unter sich werden die Bürgermeister an diesem Tag aber sicher nicht bleiben. Denn wenn „Frühjahrsputz“ angesagt ist, dann rücken viele Menschen erst zusammen und dann auch aus in alle Himmelsrichtungen, um Dreck und Müll und anderem Unrat den Kampf anzusagen.

„3234 Menschen, so viele wie nie zuvor, haben im letzten Jahr mitgemacht und dabei 120 Kubikmeter Müll gesammelt“, freut sich Abfallberaterin Helene Langner. „An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet werden unsere Mitarbeiter ab 9.30 Uhr bereitstehen und blaue Säcke und Handschuhe verteilen.“

Auch wer spontan mitmachen will, kann sich an den Treffpunkten melden und wird dann eingeteilt. Größere Gruppen sollten sich beim ZBH mit Vera Zimmermann in Verbindung setzen (02366 303-155), damit an den Treffpunkten nicht die Handschuhe und die Müllbeutel ausgehen. „Und wer illegal entsorgten Müll entdeckt, der kann sich unter 303-101 bei unserer Bürgertelefonnummer melden“, erklärt Langner.

Peter Kremer, technischer Leiter am ZBH, wird vom Bauhof aus die Aktion und bis zu 25 Mitarbeiter lenken. „Und darüber wachen, dass ja die Erbsensuppe nicht anbrennt, die im Anschluss bei der Besenparty gereicht wird.“

Die Chancen für angebrannte Suppe stehen ohnehin schlecht, schließlich hat ein Team des Technischen Hilfswerks mehr als nur ein waches Auge auf die Gulaschkanone.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und die Mitarbeiter vom Spielkäfer werden sich ab 12 Uhr am Betriebshof um die kleinen Gäste der Besenparty kümmern. Infos zum Putztag am Samstag, 17. März, von 9.30 bis 12 Uhr gibt’s auch unter www.herten.de

Trotz allen Ärgers, der aufkommt, wenn wieder einmal wild abgekippte Weiße Ware im Wald auftaucht, wo sie still und heimlich vor sich hin rottet und rostet. Trotz des Unverständnisses bei allen normalen Menschen, dass immer wieder seltsame Zeitgenossen etwa Sondermüll in der Gegend vergammeln lassen, obschon sie diesen kostenlos beim ZBH abgeben können. So ein Tag wie dieser Samstag Mitte März ist nicht nur gut für die Umwelt, so ein Tag fördert auch das „Wir-Gefühl“.

Angefangen hatte alles übrigens 1999, bereits das erste Jahr war rekordverdächtig. Zum Auftakt meldeten sich 2500 Menschen, die 60 Tonnen Müll aufspürten und dingfest machten. Die Messlatte hing hoch, Herten aber blieb am Ball. Mal waren’s 42 Tonnen, dann sogar 62 wie 2004.

Längst wird der Müll in Kubikmetern gemessen. Zuletzt kamen zweimal über 120m3 zusammen, was je nach Dichte in etwa 40 Tonnen bedeutet. Egal: Jedes Kilo zählt, jede Kippe, jede Einwegflasche.

Joachim Bachmann Norbert Ahmann

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