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Abschied von der Lutherkirche

24.11.2008 | 15:11 Uhr
Abschied von der Lutherkirche

Beim letzten Gottesdienst blieb kein Platz unbesetzt. Wehmut und Aufbruchstimmung am Ewigkeitssonntag. Am ersten Advent findet der erste Gottesdienst in der "neuen Heimat" St. Barbara statt.

Herten. Schon zehn Jahre lang halten Bernhard Stahl (45) und seine Frau Ulrike Baldermann (46) Gottesdienste in der Lutherkirche an der Feldstraße ab, doch dieser sollte der schwerste werden: Nach 51 Jahren endet die Zeit der Nutzung als Kirche am Paschenberg. Und so wurde die Stimmung Sonntag richtig wehmütig in dem schlichten Backsteinbau, hatte man mit dem Psalmmotto "Die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten…" wohl auch die Gemütslage der Gemeindemitglieder getroffen.

Bis auf den letzten Platz waren beim Abschiedsgottesdienst das Gotteshaus und der angrenzende Gemeindesaal belegt, wollte sich kaum jemand diesen historischen Tag entgehen lassen. Pfarrer Bernhard Stahl freute sich, dass neben Superintendent Peter Burkowski auch Bürgermeister Dr. Uli Paetzel gekommen war und erinnerte an die unzähligen Konfirmationen, Trauungen und Taufen, die hier stattgefunden haben. Der Auftritt des Männergesangs-vereins der längst geschlossenen Zeche Schlägel und Eisen, dessen Kumpel auch einen großen Teil der treuen Gottesdienstbesucher ausmachten, durfte natürlich am Sonntag nicht fehlen. Auch Matthias Thom (Horn) und seine Tochter Natalie (Geige) trugen zur feierlich-musikalischen Gestaltung der Veranstaltung bei, während Kirchenmusiker Dietmar Pilch zum letzten Mal hier auf der Walcker-Orgel spielte.

Bewegt nahm das Pfarrer-Ehepaar Stahl-Baldermann zum Ende des Gottesdienstes ein Gemälde von Andrea Hillebrand, Nikolas und Jan-Niklas entgegen. "Wichtige Menschen malt man in Öl", betonte Hillebrand bei der Übergabe als Dank für die tolle Arbeit. Auch wenn über 50 Jahre Kirchengeschichte jetzt hier zu Ende gingen, freue man sich doch auf den Neubeginn im Barbarazentrum, betonten beide in ihrer Ansprache an die Gemeinde.

Auch Superintendent Peter Burkowski, der den Gottesdienst mitgestaltete und die Entwidmung der Kirche übernahm, sieht die neue Beheimatung in der kleinen Barbara-Kapelle durchaus positiv und beendete mit dem Bergmannsgruß "Glück auf!" seine Ausführungen. Am nächsten Sonntag um 11 Uhr beginnt nicht nur das neue Kirchenjahr, sondern auch die neue Ära für die Gemeinde, die sich fortan "Luther im Barbarazentrum" nennt. Das adventliche Motto des Gottesdienstes in der kleinen Kapelle des Zentrums könnte nicht passender sein: "Wenn Türen sich öffnen".

Im Gegensatz zur St. Barbara Kirche am Paschenberg, die vor zwei Jahren bis auf den Kirchturm abgerissen wurde, bleibt die Lutherkirche erhalten. Nach verschiedenen Überlegungen zur Folgenutzung ist die Gemeinde jetzt fündig geworden. "Ein Mieter will hier Thai Chi Kurse abhalten", erklärt Pfarrer Bernhard Stahl. "Das ist leise-meditativ, das kommt unseren Vorstellungen sehr entgegen. Ob es die einzige Nutzung bleibt, ist allerdings noch offen!"

Joachim Bachmann

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