Militär : Erstmals leitet eine Frau das Kreiswehrersatzamt Recklinghausen

Vest. Mit Anke Rohmann hält im Kreiswehrersatzamt Recklinghausen zum ersten Mal eine Frau die Fäden in der Hand. Sie tritt am 1. Oktober die Nachfolge von Dieter Arant ein.
„Der König ist tot, es lebe die Königin.” Michael Brod, Präsident der Wehrbereichsverwaltung West, fand dramatische Worte gestern im Kreishaus. Der Grund: Führungswechsel beim Kreiswehrersatzamt in Recklinghausen – und nicht nur das. Erstmals in der Geschichte der Behörde steht nun ein Frau an der Spitze: Oberregierungsrätin Anke Rohmann übernimmt ab dem 1. Oktober die Leitung des Amtes. Der bisherige Chef der Behörde, Regierungsdirektor Dieter Arant, wurde in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Stadt, Kreis und Behörden verabschiedet und seine Nachfolgerin eingeführt.
Die neue im Amt: Anke Rohmann leitet nun das Kreiswehrersatzamt Recklinghausen. Fotos: Lutz von Staegmann
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Und die bringt bereits zahlreiche Führungserfahrungen mit. Die 1965 in Lüdinghausen geborene Anke Rohmann starte im Dezember 2000 als Dezernentin in der Personalabteilung der Wehrbereichsverwaltung West in Düsseldorf. Bereits drei Jahre später wechselte sie für ein Jahr in den Bereich Wehrersatzwesen und verbrachte anschließend 21 Monate in der Unteroffizierschule des Heeres in Münster, wo sie als Truppenfachlehrerin tätig war.
Sie war schon Rechtslehrerin an der Unteroffizierschule
Im Oktober 2005 kehrte sie zurück in die Landeshauptstadt Düsseldorf und übernahm – nach kurzer Tätigkeit in der Personalabteilung – den Bereich Infrastruktur. Dort arbeitete die 44-Jährige bis jetzt als Dezernentin im Bereich Regionale Infrastrukturangelegenheiten.
Täglich 50 Musterungen
Seit der Schließung des Kreiswehrersatzamtes Essen im Jahre 2006 ist das Kreiswehrersatzamt Recklinghausen nicht nur für den bevölkerungsreichsten Kreis Deutschlands sowie den Städten Bottrop und Herne zuständig, sondern auch für die Stadt Gelsenkirchen. Täglich mustern rund 65 Mitarbeiter in Recklinghausen ca. 50 junge Wehrpflichtige.
Neben der Betreuung der Wehrpflichtigen ist das Kreiswehrersatzamt auch der Ansprechpartner für all die jungen Frauen und Männer, die sich als Soldat auf Zeit verpflichten wollen. Die Wehrdienstberater, die auch in Schulen und bei berufsbildenden Veranstaltungen ihre Beratung anbieten, haben in den Kreiswehrersatzämtern ihre Beratungsbüros. Hotline: 0180 2999 640 oder www.wehrersatzwesen.de
Hat die Führungstätigkeit in einer bisherigen Männerdomäne eigentlich eine besondere Bedeutung? Anke Rohmann: „Ja. Aber es ist ja nicht das erstemal für mich. Schließlich war ich schon Rechtslehrerin an der Unteroffizierschule des Heeres.” Und was hält die neue Chefin des Kreiswehrersatzamtes von einer Wehrpflicht für Frauen? „Ich bin der Meinung, dass die Frauen selbst entscheiden sollen, ob sie Wehrdienst leisten wollen oder nicht.”
Ansonsten hieß es gestern im Kreishaus: Großer Bahnhof für den scheidenden Leiter Dieter Arant, der acht Jahre und vier Monate die Geschicke des Amtes geleitet hat. „Und das in einer Zeit, in der sich die Bundeswehr in allen Organisationsbereichen neu ausgerichtet hat”, so Michael Brod, der in seiner Ansprache den Fernsehpionier Robert Lembke zitierte, als er Arants Amtsführung hervorhob: „Die Fähigkeiten eines Chefs erkennt man an seiner Fähigkeit, die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter zu erkennen.”











