18-Jähriger zeigt nach tödlicher Messerattacke keine Reue
09.03.2010 | 17:42 Uhr 2010-03-09T17:42:00+0100
Recklinghausen. Wegen einer tödlichen Messerattacke auf einen Mitschüler muss sich seit Dienstag ein 18-Jähriger vor dem Landgericht in Recklinghausen verantworten. Weder er noch einer seiner Anwälte nutzten die Gelegenheit für Worte der Reue. Stattdessen sprach der Täter von Notwehr.
Der Angeklagte war einer der ersten, der Dienstagvormittag im Recklinghäuser Amtsgerichts aufgetaucht ist. Blonde Haare, langer Seitenscheitel, schwarzer Pulli – der angehende Gestaltungstechniker aus Recklinghausen sieht aus wie ein Popstar. Seit vier Monaten hält er sich in einer Jugendwohngruppe auf, bekommt sogar 95 Euro Taschengeld, was selbst Richter Gerald Sacher irritierte. „Die sind sehr großzügig mit dem Geld dort“, sagte der Strafkammervorsitzende zu Beginn des Prozesses. Ob der Staat diese Kosten erstatten müsse, werde noch geprüft.
Die Staatsanwaltschaft hat den 18-jährigen Angeklagten wegen Totschlags angeklagt. Dabei stützt sie sich unter anderem auf die Aussage eines 19-jährigen Gymnasiasten aus dem niederrheinischen Korschenbroich, der gestern ebenfalls schon in den Zeugenstand getreten ist.
Der Gymnasiast war damals auch auf Klassenfahrt, lief abends mit Freunden über die Strandpromenade von Calella. „Ich sah zwei Gruppen, die fauchten sich an“, sagte er den Recklinghäusser Richtern. „Es lag Ärger in der Luft.“ Irgendwann seien der Angeklagte und das spätere Opfer dann aufeinander zugesprungen. Andere Schüler hätten noch geschrieen: „Pass auf, der hat ein Messer.“ Doch da sei es schon zu spät gewesen. Der erste Stich habe das Bein getroffen, der zweite ging in den Hals. „Das sah schon gezielt aus“, sagte der Zeuge im Prozess.
Dass der Angeklagte nicht in Untersuchungshaft sitzt, ist für die Familie von Luca B. nicht zu verstehen. „Die Täter werden geschützt, für die Opfer gibt es nichts“, sagt eine Tante auf dem Gerichtsflur. Keine Psychologen, keine Hilfe bei der Überführung des Leichnams, keine Zuschüsse zur Beerdigung. „Die Familie musste sich um alles selber kümmern, und der Angeklagte macht einfach seine Schule weiter.“ Er chatte sogar im Internet, gehe in die Disko.
Keine Worte der Reue oder Entschuldigung
Inwieweit diese Angaben richtig sind, kann noch nicht gesagt werden. Die Chance, die Familie des Opfers vielleicht etwas milder zu stimmen, hat der Angeklagte allerdings verpasst. Weder er noch einer seiner drei(!) Anwälte nutzte die Gelegenheit für Worte der Reue und der Entschuldigung. Stattdessen sprach er von einer Art Notwehr.
Die schreckliche Geschichte begann Anfang Oktober 2009. 75 Schüler und vier Lehrer des Max-Born-Berufskollegs machten sich von Recklinghausen aus auf den Weg an die Costa Brava, die Busreise dauerte 18 Stunden. Sie wollten die Bauwerke von Antoni Gaudi besichtigen – die Sagrada Familia, Häuser, einen Park. Doch es ging auch um Freizeit und Spaß.
"Er hat mich beleidigt und beschimpft"
Am Abend des Tattages setzten sich der Angeklagte und ein paar Freunde ab. Sie zogen durch die Stadt, tranken Cocktails, kauften Butterflymesser. „Eigentlich wollten wir T-Shirts“, erklärte der 18-Jährige. „Schwarze mit goldener Schrift – I love Barcelona.“ Doch der Verkäufer habe sie zu den Messern gezogen. Drei wurden gekauft, zu 35 Euro.
Auf Luca B. treffen sie auf der Strandpromenade. „Er hat mich beleidigt und beschimpft“, sagte der Angeklagte im Prozess. „Komm her du H...sohn – wenn du dich traust.“ Irgendwann sei er dann so bedrängt worden, dass er das Messer gezogen habe. Danach ging dann angeblich alles ganz schnell. „Ich habe nur die Hände hochgerissen...“ Die Klinge traf die Halsschlagader, Luca B. verstarb vier Tage später in einem spanischen Krankenhaus.
Die Eltern des Getöteten verfolgen den Prozess als Nebenkläger, weinen bittere Tränen. „Sie stehen immer noch unter Schock“, sagte ihr Anwalt Hans Reinhardt (Marl) am Rande des Verfahrens. Und: „Ihnen ist klar, dass ihnen das Verfahren keine Erlösung bringen kann.“
13:08
Hmmmmmmmm.
Ich denke er hatte sich das Butterflymesser gekauft (obwohl in Deutschland verboten), weil
er schon wußte das er in Notwehr noch handeln
muß!
Was mir nur zum K....n ist, ist die Tatsache das es mal wieder nur eine Jugendstrafe gibt,
wenn überhaupt.
Mit 18 alle Rechte haben wollen, aber keine Pflichten übernehmen wollen!
11:16
Der Täter hat sich ein Messer gekauft und war auch dadurch Streit nicht abgeneigt! Er wird sicherlich einige Jahre sitzen, dumm wegen solchem Machomist. Das Opfer hätte aber auch einfach weiterlaufen können und nicht genau so auf Streit aus zu sein und jemanden verprügeln zu wollen. Da haben sich zwei Dumme getroffen. Der Verlierer ist tod, der Sieger sitzt erstmal ca 5 Jahre, weil kein Mord sondern Totschlag.
08:47
Er hat sich die Notwehr wahrscheinlich schon vorher als Rechtfertigungsgrund ausgedacht. Nach dem Motto, der andere wollte mich töten, da hab ich das Messer gezückt. -.-
Man könnte an Mord aus niedrigen Beweggründen gem. § 212,211 II Var.4 StGB ausgehen.
08:40
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08:03
Warum sollte er Reue zeigen? Er weis doch genau, dass seine Strafe gering ausfällt ob mit oder ohne Reue. Wahrscheinlich ist das Opfer noch schuld. Ist im wohl ins Messer gelaufen.
07:56
#9
Erziehung ist das A und O. Wer Werte verinnerlicht hat und vor allem etwas über den Kategorischen Imperativ weiß, wird sich wohl sicher nicht so verhalten wie dieser dumme Bengel.
Aber wieso geht Ihr Erziehungsauftrag nur an die Lehrer? Können die Eltern heute ihre Kinder nicht mehr erziehen oder sind sie neuerdings von dieser Aufgabe befreit?
07:34
Boah seit ihr hier widerlich bei der Westen.
Ihr könntet jeden Tag über Messerattacken berichten nur wären die Täter dann nicht Blond aber da sagt ihr ja grundsätzlich nichts zu.
06:23
Wieder mal ein klarer Punkt, um den Lehrern endlich den ERZIEHUNGSAUFTRAG zu geben. Lehrt den Kindern endlich wieder Respekt. Lehrt, was reale und was fiktive Gewalt bedeuten. Derartiges Fehlverhalten ist nicht genetisch - es ist umfeld- und erziehungsbedingt. Hier müssen Lösungen ansetzen!
00:51
Ach der Angeklagte soll sich keine Sorgen machen. Bei unserer super Justiz ist der Arme in spätestens 2 Jahren auf freien Fuss.
23:21
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