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Harkortschule

Wenn Kevin auf Mohammed trifft

14.02.2010 | 15:29 Uhr

Königsborn. „Eine Schule, die für Lernbehinderte gedacht war, ist zu einer Schule für Migranten geworden.” Hätte noch gefehlt das Wort „verkommen”.

Dies fiel nicht bei der jüngsten Integrationsdiskussion im zib-Café – doch wurde die sehr sorgenvolle Prognose laut, in Königsborn würden Migrantenkinder inzwischen schon qua Herkunft auf die Harkortschule gezwungen. Praktisch kaum reelle Chancen auf Real-, Gesamtschule, gar Gymnasium. Günter Michel sieht seine Schule damit krass fehlverstanden.

Klar ist: Der Migrantenanteil ist mit 43 Prozent hoch. 71 von 165 Schüler sind Ausländerkinder. „Wir leben hier mit elf Nationen. Wenn hier Kevin aber ein Problem mit Mohammed hat, hat nicht ein Deutscher ein Problem mit einem Libanesen, sondern der Schüler Kevin eins mit dem Schüler Mohammed.”

Was die Harkortschule ist und bleiben wird: „Eine Förderschule. Mit Schwerpunkt Lernen.” Nicht: ein Auffangbecken für Kinder, die kein Deutsch sprechen. Michel deutlich: „Wir nehmen nicht jeden. Wir wählen aus.” Strikte Selektion schreibt schon das Land vor. Denn Förder-, bis 2005 noch „Sonder”-Schulen, sind teuer. Der besondere Förderbedarf erfordert spezielle Bedingungen: kleine Klassen (16 Schüler); Klassenlehrer mit enger Bindung an ihre Klassen (20 Wochenstunden), traumhafte Bedingungen. Doch nötig, betont Michel. „Denn wir leisten hier Basisarbeit. Bei uns muss ein Schüler zuweilen buchstäblich lernen, wie er sich die Schuhe bindet. Er lernt, mit dem Bus zu fahren und sich allein zu versorgen, wenn die Eltern später nicht mehr sind.”

Die eigene Sozialarbeiterin (hart erkämpft), der eigene Berufsberater an der Schule – das alles ist nicht Luxus, sondern schiere Notwendigkeit: 25 Schüler, sagt Michel, gehen pro Jahr ab, zwei bekommen einen Arbeitsplatz. „Die anderen gehen zur Werkstatt, zum Berufskolleg... aber wir haben auf ihren weiteren Lebensweg keinen Einfluss mehr. Wir können Perspektiven schaffen, aber keine Arbeitsplätze. Die fehlen.” Einfache, schlichte Arbeitsplätze für Heranwachsende, die gut mit den Händen sind, praktischen Verstand mitbringen. Michel: „Das ist unser größtes Problem als Förderschule. Wenn schon eine Frisörauszubildende heute Fachabitur braucht...” juw

Die Harkortschule ist seit Dezember eins von 50 „Kompetenzzentren” in NRW. Kreative Kompetenz vermitteln als nächstes die „Kunstforderer": Ilona Heitmann gestaltet vor den Osterferien mit den Jugendlichen farbige Flure und Kunstobjekte.

WR

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Kommentare
16.02.2010
00:48
Wenn Kevin auf Mohammed trifft
von Kritischerdenker | #3

Dass das deutsche Schulsystem die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund systematisch benachteiligt, ist wohl für viele kein Geheimnis mehr. Doch die Verantwortlichen für diese Art von Diskriminierung müssten sich bereits heute mit dem daraus resultierenden Folgen von morgen befassen. Sie schaden nicht nur denen, die sie selektieren und benachteiligen, sondern schaden in naher Zukunft Deutschland! Ein Armutszeungnis!

15.02.2010
23:39
Wenn Kevin auf Mohammed trifft
von ich896869 | #2

die nazis aus unna haben den artikel bereits auf ihrer seite(xxx.unna.nw.am) übernommen...!

14.02.2010
19:23
Wenn Kevin auf Mohammed trifft
von nee nee nee | #1

Prima...Rütli Schule in Unna....

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