Vorwurf: Kinder jahrelang gequält
03.02.2009 | 17:02 Uhr 2009-02-03T17:02:00+0100Unna. Es steht viel auf dem Spiel für die 29-jährige Frau aus Unna. Die Vorwürfe gegen die Arbeitslose sind ungeheuerlich. Jahrelang soll sie ihre drei kleinen Kinder schwer misshandelt haben. Jetzt muss sie sich vor dem Unnaer Schöffengericht verantworten.
Ganz ruhig und gefasst sitzt die 29-Jährige auf der Anklagebank. Nur an den unruhigen Bewegungen ihrer Hände ist ihre Nervosität zu erkennen. Sie hüllt sich in Schweigen, lässt lieber Zeugen berichten, was passiert ist.
2007 kam die Angeklagte mit ihrem Lebensgefährten und ihren Kindern aus Litauen nach Unna. Schon in Litauen soll die 29-Jährige ihre drei ältesten Kinder regelmäßig geschlagen und gequält haben. Aber erst in Deutschland bemerkten Verwandte, dass mit den Kindern etwas nicht stimmte. Die Kinder, die heute sechs, acht und zehn Jahre alt sind, waren verstört und schreckhaft. Im Sommer 2007 offenbarte sich die älteste Tochter bei einem Besuch ihrer Tante. „Sie hat mir gesagt, dass die Mama sie immer schlägt, wenn sie etwas falsch macht”, wiederholte die 32-jährige Tante gestern im Zeugenstand die Aussage des Mädchens. Mit einem Gürtel, einem Pantoffel oder sogar einem Messer schlage ihre Mutter die drei Kinder regelmäßig, auch das habe die heute Zehnjährige ihr gesagt, fuhr sie fort. Nach einem Gespräch mit dem Lebensgefährten der Angeklagten, handelte die 32-Jährige damals aber noch nicht. Erst im Februar vergangenen Jahres schaltete sie die Polizei ein und zeigte die 29-Jährige wegen Kindesmisshandlung an. Inzwischen hatte auch der heute achtjährige Sohn erzählt, dass er geschlagen worden sei und wies entsprechende Verletzungen auf. Der Lebensgefährte der Angeklagten hatte dann auch eingeräumt, dass die 29-Jährige die Kinder regelmäßig schlage.
Die Kinder leben heute nicht mehr bei ihrer Mutter. Die beiden Mädchen wohnen seit einem Jahr bei ihrer Tante in Hagen, der Junge ist bei einer anderen Tante in Unna untergebracht.
Zu einem Urteil kam es gestern noch nicht. Auch nach den Aussagen der Tante und der Polizeibeamten, die damals die Kinder vernommen hatten, wollte die 29-Jährige sich immer noch nicht äußern.
Somit werden in einem neuen Termin jetzt auch noch die Kinder selbst aussagen müssen. Außerdem soll auch noch ein Gutachten über die Schuldfähigkeit der Angeklagten angefertigt werden. Im Falle einer Verurteilung droht ihr eine mehrjährige Haftstrafe.
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