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Vom Zahntechniker zum Kunstschmied

26.08.2008 | 18:34 Uhr

Mit dem Hammer Knoten ins Eisen schlagen – das lernte Christian Böning im Betrieb „Design mit Steel” bei Leo G. Pira. Seine Ausbildung zum Schmied absolvierte der 30-Jährige in Rekordzeit und als bester Prüfling.

Eigentlich wollte der gebürtige Norddeutsche aus Bremerhaven Kunst studieren, dann wurde er Zahntechniker, nun ist er Schmied und wohnt in Dortmund. Doch von vorne: Christian Böning interessierte sich schon immer für einen Beruf, der das Handwerk und die Kreativität verbindet. Nach seiner Ausbildung zum Zahntechniker, merkte er jedoch, dass der Beruf zwar handwerkliches Geschick erfordert, aber nicht sonderlich kreativ ist. „Ein Zahn ist nun mal wie der andere. Als Schmied ist meine Arbeit abwechslungsreich und kreativ”, sagt Böning. Vor der Umschulung zu diesem Beruf machte er noch sein Fachabitur in der Richtung Grafikdesign, dann kam er zu Leo Pira in die Werkstatt.

Jedoch sollte Böning ihm nicht sonderlich lange erhalten bleiben. Seine Ausbildung schloss der 30-Jährige in gerade einmal 21 Monaten ab, normal ist die doppelte Zeit, 42 Monate. Dazu meisterte er alle Prüfungen als Prüfungsbester. Zu den Highlights seiner Arbeit in der Schmiede zähle vor allem die Nicolai-Bank in Unna. „Von Beginn an durfte ich nach einem Blick über die Schulter sofort praktisch mitarbeiten”, erzählt Böning. Eine typische Arbeitsfolge bei der Erstellung, zum Beispiel eines Balkongitters, bestehe aus vier Schritten und fange immer mit dem Kunden an, der sich in der Werkstatt alte Arbeiten und Entwürfe von Pira anschaue, oder auch eigene Ideen mitbringe. „Nachdem die Entwürfe gemacht sind, fahre ich zu dem Objekt, an dem etwas verändert werden soll und fotografiere es. Danach zeichne ich den Entwurf in das Bild mit Bleistift und Tusche ein,” erläutert Pira. Der dritte Schritt bestehe darin den Entwurf in Originalgröße auf Pappe zu zeichnen. „Dann wird das Objekt geschmiedet, verzinkt und lackiert,” sagt er. 

In seiner zweiteiligen Prüfung musste Böning dann unter Beweis stellen, dass er diese Arbeitsschritte gelernt und nun selbstständig entwerfen und konstruieren kann. Bei seinem Gesellenstück zum Beispiel, bekam er die Aufgabe, ein Kaminbesteck selbst zu designen und zu bauen. Die Entwürfe durfte er noch in der heimischen Schmiede bei Pira machen, der Prüfer suchte sich einen Entwurf aus, gebaut wurde am Prüfungsort. Natürlich war auch theoretisches Wissen, wie die Fertigungstechniken gefragt. 

„Der Beruf des Schmieds ist genau das, was ich mir vorgestellt habe und ich werde auch beim Schmieden bleiben”, sagt Böning. Seit Mai ist er zum zweiten Mal frischgebackener Vater eines Sohnes und legt jetzt erstmal ein Elternjahr ein. Seine Frau studiert derzeit in Dortmund. Wo es die Familie dann verschlägt, weiß der Norddeutsche noch nicht. „Das hängt natürlich davon ab, ob wir hier eine Arbeitstelle finden. Vielleicht mache ich aber auch ein Wanderjahr, wie es bei den Gesellen früher üblich war,” sagt der Schmied.

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