Vermeintlicher Dieb war selbst ein Diebstahl-Opfer
02.12.2009 | 17:41 Uhr 2009-12-02T17:41:00+0100Unna. Dreistigkeit siegt. Das muss sich der Dieb gedacht haben, als er einen mit Spülmittel beladenen Anhänger von einem Firmengelände in Unna stahl. Jetzt stellte sich vor Gericht heraus: Der Beschuldigte war selbst das Opfer eines Diebstahls geworden.
Dreistigkeit siegt. Das muss sich wohl der Dieb gedacht haben, der am 26. April vergangenen Jahres gleich einen ganzen Lkw-Anhänger mit Waren von einem Firmengelände in der Gießerstraße stahl. Seine Beute: Reinigungs- und Spülmittel im Wert von rund 100 000 Euro. Der vermeintliche Schuldige stand gestern vor dem Unnaer Schöffengericht.
Diebstahl mit gestohlener Zugmaschine
Doch schnell stellte sich heraus, dass der Falsche auf der Anklagebank saß. Der 51-jährige Mann aus Oer-Erkenschwick war ins Visier der Ermittler geraten, weil der Diebstahl mit seiner Zugmaschine verübt worden war. Der Dieb war nachts auf das Firmengelände gefahren, hatte sich den Auflieger angehängt und aus dem Staub gemacht. Hinterm Steuer saß allerdings nicht der Angeklagte, sondern ein Unbekannter. Der 51-Jährige stellte das Fahrzeug nämlich über das Wochenende immer auf einem öffentlichen Parkplatz ab.
Freigesprochen, aber schon gekündigt
Die Polizei fand den leer geräumten Anhänger auf einem Parkplatz in Dortmund. Kamera-Aufnahmen zeigten das Fahrzeug in der Tatnacht auf dem Firmengelände in Unna. Der Fahrer war auf den Aufnahmen nicht zu erkennen. Ein Strafverfahren und die sofortige Kündigung waren die Folge. Gestern sprach die Kammer den 51-Jährigen frei. Keiner der Zeugen hatte den Fahrer beobachtet. Sicher beteiligt war nur das nicht zu verurteilende Fahrzeug.
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