Unter Belastung rastet Mustafa H. aus
16.02.2010 | 17:34 Uhr 2010-02-16T17:34:00+0100Unna. „Ich lebe 35 Jahre in Deutschland und habe nie eine Schlägerei gehabt. Wie soll ich das nur meinen guten Bekannten erklären?” Diese Frage habe Mustafa H. (47) immer wieder bei seiner Untersuchung umgetan, berichtete gestern Gutachter Dr. Reinhold Dannhorn aus Unna der 37. Großen Strafkammer.
Die Erklärung des Experten vor dem Landgericht Dortmund, der als Arzt für Psychiatrie praktiziert: Der wegen versuchten Mordes angeklagte Kamener sei am Tage der Tat einer „akuten Belastungsreaktion” ausgesetzt gewesen, die sein „Hemmungsvermögen herabgesetzt oder stark beeinträchtigt” habe. Sprich: Mustafa H. habe nicht im Affekt, aber auch nicht vorsätzlich und überlegt gehandelt, als er am 26. Juni 2009 offenbar aus blinder Eifersucht die Nerven verlor und den siebenfachen Vater Roman Szczypior (38) niedergestochen und verletzt habe. „Kein Affekt, aber eine Störung”, so der 71-jährige Gutachter, der in der lebensgefährlichen Messerattacke die Reaktion des Angeklagten auf eine für ihn scheinbar ausweglose Situation sieht.
Keine Frage, Mustafa H., wie der Vater gelernter Hauer auf Zeche Monopol und mittlerweile Rentner, hat seine besonderen Verhaltensmuster: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Dankbarkeit. Tugenden, die er auch von seinen drei mittlerweile fast erwachsenen und in der Schule erfolgreichen Kindern einfordert. In Zeiten einer einst harmonischeren Ehe auch von seiner Ehefrau und zuletzt von seiner Partnerin, mit der er zusammen ein Kind hat und an der Uhlandstraße in Unna lebte. Klappt es nicht so, wie er sich das vorstellt, dann rastet er auch schon einmal aus.
Was auch die Sozialarbeiterin der Caritas Unna vor der Strafkammer zu berichten wusste: Dann war er „blass und fertig, überfordert und kreidebleich im Gesicht...”
„Ich habe selten solche Schwierigkeiten mit einem Mandanten gehabt”, stellte schließlich auch sein Anwalt Siegmund Benecken gestern fest: „Dieses Aufbrausen, dieser Kontrollverlust...” Beides dokumentierte Mustafa H. schon am dritten Verhandlungstag eindrucksvoll, als er sich missverstanden fühlte und auch von seinem Anwalt nicht zur Ruhe bändigen ließ. Fortsetzung schließlich auch gestern, vor der Strafkammer, als sich die ihn begleitenden Justizbeamten erst im zweiten Versuch Respekt verschafften. Zuvor hatte Mustafa H. immer wieder geestenreich versucht, sein Gegenüber, den von ihm lebensgefährlich verletzten Roman Szczypior zu einer Reaktion zu bewegen.
Am kommenden Dienstag nun die Plädoyers und am 8. März die Antwort auf die Frage, ob auch die Strafkammer dem Experten folgt.
17:48
Also den und den Typ weiter unten im Lokalteil mit dem BMW und dem egozentrischem Weltbild zusammen in einen Container,das Ganze mit Kamera beobachten und Live senden,auf RTL 2 oder so.Und von den Werbeeinnahmen Schmerzensgelder und Geldstrafen finanzieren.
Der Mensch ärgere dich nicht-Container,so könnte die Sendung heissen.Oder die Ragebox wenn es ins Ausland exportiert werden soll.
16:53
#1 Ja genau, was soll das? Sieht so Qualitätsjournalismus aus?
15:23
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13:24
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09:59
#3 von helmut k.
helmut wovon träumst du nachts?
09:05
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09:00
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08:21
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