Das aktuelle Wetter Unna 11°C
Buch von Karl-Heinz...

„Unna war für mich als Gewerkschafter eine Niederlage"

04.05.2009 | 16:47 Uhr

Unna. „Unna war für mich als Gewerkschafter eine Niederlage.” Wenn Karl–Heinz Bendorf an seine Zeit als Gewerkschafter zurückdenkt, dann wird er alles andere als nostalgisch. „Ich hätte mir das nie antun dürfen”, sagt er 20 Jahre später.

Seine Erinnerungen und seine Erlebnisse als Gewerkschafter mit Leib und Seele hat er in einem Buch verarbeitet. „Dicht hinter Hagen ward es Nacht”, lautete der Titel. Und der finsterste Ort in seiner Schaffenszeit sei Unna gewesen.

Karl-Heinz Bendorf ist gelernter Elektroinstallateur im Handwerk. Und schon als junger Mann engagierte er sich für diejenigen, die weiter unten in der Arbeitshierarchie standen. Sein weiterer Lebenslauf führte ihn in die Stahlindustrie, wo er als Betriebsrat Arbeitnehmerrechte vertrat. Dann war er 18 Jahre lang Leiter der Rechtsabteilung für Arbeitsrecht bei der IG Metall in Duisburg. 70 000 Mitglieder fasste die Organisation damals. „Davon können wir heute nur träumen”, sagt der 77-Jährige. Der sozialdemokratische Gedanke sei in Duisburg tief verwurzelt gewesen, anders es in Unna.

„Dort stand die SPD sogar weiter rechts als die CDU in Duisburg”, erklärt der Gewerkschafter. Und sein Auftrag sei es gewesen, die konservativen Strömungen der IG Metall in der Region nach links zu verschieben, als er am 1. Mai 1985 in Unna begann.

Er startete als Gewerkschaftssekretär und sollte den damaligen Bevollmächtigten der IG Metall, Karl Semmler, zwei Jahre später beerben. Dieser sei seit Mitte der 50er Jahre im Amt gewesen und habe die Mitgliederzahl der IG Metall von 4 500 auf 10 000 aufgebaut. „Semmler hatte Großes geleistet, er war aber auch ein Eigenbrödler.” Beide waren SPD-Mitglieder, beide katholisch – „doch wir waren gänzlich anders gestrickt”. Bendorf erzählt, dass seine Schriftstücke überwacht und ihm nicht selten das Leben schwer gemacht worden sei. Dennoch wurde er später mit 97 Prozent zum neuen Bevollmächtigten gewählt. „Mit einem Stimm-Ergebnis auf DDR-Niveau”, erzählt er und lacht. Doch von der überwältigenden Mehrheit war schon bald nicht mehr viel übrig. „Ich war einfach zu links”, erzählt der Senior heute selbstkritisch.

Der ewige Konflikt führte dann dazu, dass Karl-Heinz Bendorf im Frühjahr 1989 buchstäblich die Galle überlief. Krankenhaus, dann im Dezember der Vorruhestand. Sein Nachfolger wurde Winfried Stockmann.

Sechs Jahre lang blieb Bendorf noch in Unna, gründete die Initiative Bürger für Bürger. Dann zog es ihn nach Oberhausen.

der ehemalige IG-Metallchef von Unna, Karl-Heinz Bendorf, schrieb das Buch " Dicht hinetr Hagen ward' es Nacht "

Das Buch (100 Seiten) zum Preis von 14,50 Euro kann unter 0208-866877 bestellt werden.

Carmen Thomaschewski

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/664107/create

Aktuelle Fotos und Videos
Polizei findet Diebesbeute
Bildgalerie
Serien-Einbrüche
8ter Firmenlauf der AOK
Bildgalerie
3700 Teilnehmer dabei
Unwetter in Unnas Osten
Bildgalerie
Schlammmassen unterwegs
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Keine Schule  stellt  Qualitätsanalyse ins Internet
Stärken und Schwächen
Welche Stärken und welche Schwächen haben die weiterführenden Schulen in Unna? Eine Frage, die sich sicher viele Eltern beim nahenden Wechsel ihres Kindes von der Grundschule stellen. Umso ärgerlicher, wenn es eine objektive Bewertung gibt, die die Suche erleichtern würde, davon aber nichts auf den
Verzicht auf den 4. Beigeordneten
Politik
Die vierte Beigeordneten-Stelle in der Stadtspitze bleibt bis mindestens 2015 unbesetzt. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich Schuldezernent Uwe Kornatz (SPD) entschieden, nun doch nicht schon Ende dieses Jahres in den Ruhestand zu gehen. Er macht bis 2015 weiter.