Das aktuelle Wetter Unna 11°C
CDU

Trauer um Dorothea Weidner

11.08.2009 | 23:59 Uhr

Als Dorothea Weidner Anfang der 70er Jahre Parteivorsitzende wurde, begann bei der Christlich Demokratischen Union in Unna ein neues Zeitalter.

Bis dato gab es in dieser Funktion keine Frau. Auch nach ihr sollte (bislang) nie wieder eine Frau folgen.

Geboren am 23. November 1924 in Ostpreußen und seit 1954 Bürgerin Unnas, setzte Dorothea Weidner wie kaum eine andere Frau in dieser Stadt politische Akzente. Im März 1966 zieht sie zum ersten Mal in den Rat der Stadt Unna ein. Dabei ließ sie sich in ihrer politischen Arbeit nie verbiegen. Als es Ärger in der Partei gab und Dorothea Weidner mit den Mächtigen in ihrer CDU auf Konfrontationskurs ging, stieg sie kurzerhand aus der Ratsarbeit aus. Nach einer dreijährigen Ratsmitgliedschaft gehörte sie ab November 1969 dem Rat nicht mehr an.

Insgesamt 22 Jahre

im Rat der Stadt Unna

Resignieren, aufgeben...? Begriffe, die im Wortschatz der scharfzüngigen Politikerin keinen Platz hatten. 1975 sitzt sie wieder im Rat und wird, erneut ein Novum in der CDU, 1979 Fraktionsvorsitzende.

Legendär waren ihre Auseinandersetzungen mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Heinz Steffen. So streitbar beide Politstrategen im Rat auch auftraten, sie verband ein großer gegenseitiger Respekt. „Bei Dorothea Weidner war Kompetenz vorhanden, die zu jedem Zeitpunkt und zu jedem Thema abgerufen werden konnte”, sagte gestern Heinz Steffen.

Bildungspolitik und

Stadtentwicklung

Politisch setzte Dorothea Weidner vor allem in der Bildungspolitik und in der Stadtentwicklung Schwerpunkte. Sie setzte sich unter anderem für konfessionsgebundene Schulen ein. Die Gesamtschul-Diskussion lenkte sie gemeinsam mit Heinz Steffen. Im Schul- und Stadtentwicklungsausschuss war sie stellvertretende Vorsitzende.

Politisch kämpfte sie gegen die absolute Mehrheit der Sozialdemokraten. „Natürlich haben wir uns herrlich gestritten, wenn es aber um die Sache ging, standen wir immer nah beieinander”, sagte Steffen. Das Gewerbegebiet Feldstraße (Zurbrüggen, Praktiker) trägt die Handschrift der Politikerin und des SPD-Strategen.

Ein durch und durch politischer Mensch blieb Dorothea Weidner bis zuletzt. Nach ihrer aktiven Zeit wurde sie CDU-Ehrenvorsitzende.

Dorothea Weidner starb Dienstagmorgen im Alter von 84 Jahren.

Lars Reckermann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/78001/create

Aktuelle Fotos und Videos
Polizei findet Diebesbeute
Bildgalerie
Serien-Einbrüche
8ter Firmenlauf der AOK
Bildgalerie
3700 Teilnehmer dabei
Unwetter in Unnas Osten
Bildgalerie
Schlammmassen unterwegs
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Keine Schule  stellt  Qualitätsanalyse ins Internet
Stärken und Schwächen
Welche Stärken und welche Schwächen haben die weiterführenden Schulen in Unna? Eine Frage, die sich sicher viele Eltern beim nahenden Wechsel ihres Kindes von der Grundschule stellen. Umso ärgerlicher, wenn es eine objektive Bewertung gibt, die die Suche erleichtern würde, davon aber nichts auf den
Verzicht auf den 4. Beigeordneten
Politik
Die vierte Beigeordneten-Stelle in der Stadtspitze bleibt bis mindestens 2015 unbesetzt. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich Schuldezernent Uwe Kornatz (SPD) entschieden, nun doch nicht schon Ende dieses Jahres in den Ruhestand zu gehen. Er macht bis 2015 weiter.