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Ton, Steine, Scherben: Neue Funde auf Ex-Dehne

17.12.2008 | 23:59 Uhr
Ton, Steine, Scherben: Neue Funde auf Ex-Dehne

Ton, Steine, Scherben – das sind Relikte aus Unnas Vergangenheit, in Form der ehemaligen Musikgruppe um Rio Reiser oder in Form der neuesten Funde auf der Grabungsstelle Ex-Dehne.

Grabungsleiter Hermann Menne legt nicht mehr allein Mauerreste aus der Zeit vom Übergang des späten Mittelalter in die frühe Neuzeit frei (wir berichteten). Am Mittwoch hat er an einer weiteren Stelle der Großbaustelle an der Massener Straße, wo ein Elektro-Fachartikelmarkt und Seniorenresidenzen entstehen, nun auch Scherben und Keramikstücke zu Tage gefördert. Diese könnten noch weiter ins Mittelalter zurückreichen als die Steinformationen, die nach vorsichtigen Schätzungen aus der Zeit um das Jahr 1500 stammen könnten.

Museums-Leiterin Dr. Beate Olmer ist aus dem Häuschen. Als sie durch unseren Bericht von der Grabung erfuhr, eilte sie noch am Mittwochmorgen an die Massener Straße. Sie wollte sich unbedingt ein paar Stücke aus dem alten Gemäuer sichern, das zu einem Wohnhaus gehört haben muss. Hermann Menne wird ihr den Gefallen tun und überreicht ihr in Kürze die gewünschten Brocken.

"Wir haben erschreckend wenig aus der Zeit"

Olmer nahm auch die Nachricht über die neuen Funde mit Freude auf. Schließlich seien die Bestände in der Burg nicht sonderlich üppig. „Wir haben erschreckend wenig aus dieser Zeit.” Der Goldschatz stelle zwar alles in den Schatten. Aber die archäologischen Funde hielten sich bislang in Grenzen, was Bauten oder Gebrauchsgegenstände gleichermaßen angeht. „Unna hat nur eine einzige Armbrustspitze”, sagt Olmer. Und von der sei nicht einmal sicher, ob sie auch aus der Stadt stamme.

Die Mauern und die Scherben mögen für die vor Ort tätigen LWL-Archäologen zwar Alltagsgeschäft sein. Für Unna, so Olmer, hätten die Grabungen und ihre Ergebnisse als „Zeugnis der Zeit” aber eine besondere Bedeutung. Und die neue Fundstelle rücke nun immer näher an jenen Ort heran, wo 1952 die Goldmünzen entdeckt wurden, die im 14. Jahrhundert an der Massener Straße vergraben worden waren. Die LWL-Grabung jedenfalls wird angesichts der neuen Entwicklung im Januar fortgesetzt, so Menne.

Volker Stephan

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