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ThyssenKrupp

Stahlkocher bangen um Zukunft

23.01.2012 | 17:48 Uhr
Stahlkocher bangen um Zukunft

Königsborn. Die 348 Mitarbeiter von ThyssenKrupp-VDM an der Formerstraße bereiten sich auf einen Arbeitskampf vor. „Wir mobilisieren im Werk bereits die Kollegen “, gibt sich der Betriebsratsvorsitzende Gerd Bendiks kämpferisch.

Es geht um einen Milliarden-Deal, in dem auch der Thyssen-Standort an der Formerstraße in Königsborn eine wichtige Rolle spielt. ThyssenKrupp will seine Edelstahlsparte an den finnischen Konzern Outokumpu (ausgesprochen: Autokumpu) verkaufen. Davon ist zumindest die IG-Metall überzeugt, auch wenn darüber noch keine Entscheidung gefallen ist.

„Mir persönlich ist es egal, ob über unserem Werk ThyssenKrupp oder Outokumpu oder Biene Maja steht“, sagt Bendiks. Die Rahmenbedingungen müssten stimmen und darüber sorgt sich der Betriebsratschef aktuell.

Denn zwischen Gewerkschaft und der ThyssenKrupp-Konzernspitze wurden bereits feste Vereinbarungen getroffen und die fordert Bendiks auch vom neuen Besitzer ein, egal welchen Namen er hat. „Es gibt Absprachen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben darf, dass alle Standorte gesichert sind und dass die bereits vereinbarten industriellen Konzepte umgesetzt werden.“

Für den Standort Unna gebe es feste Zusagen, noch einmal einen hohen Millionenbetrag zu investieren. „Wir nähern uns bei dem neuen Invest der 50-Millionen-Euro-Marke“, sagt Bendiks. Diese Investition an der Formerstraße verlangt er auch von den Geschäftsführern bei Outokumpu. „Das sichert natürlich zusätzlich die Zukunft des Standortes und unsere Arbeitsplätze.“

Doch Bendiks, wie auch die Gewerkschaft, ist skeptisch. „Unter den Arbeitnehmern genießt Outokumpu keinen guten Ruf“, sagt Bendiks. Es gebe Beispiele, wo im Vorfeld Zusagen gemacht worden seien, am Ende aber radikal Personal abgebaut wurde. So eine Diskussion werde aktuell an den Standorten Krefeld und Bochum geführt. In Unna produziert ThyssenKrupp-VDM so genannte Hochleistungswertstoffe. Auf diesem Gebiet sind die Finnen noch unerfahren. „Ich kann bislang nicht abschätzen, ob uns dieser Umstand zugute käme“, so Bendiks.

Lars Reckermann

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