Sein nächstes großes Ziel: der Ironman
20.08.2010 | 15:39 Uhr 2010-08-20T15:39:00+0200
Unna.Der Mann sieht niemals aus wie 55. Die Leistung, die er vollbringt, lässt so manchen 25-Jährigen ziemlich blass werden. Der Unnaer Rolf Dieter Lingstädt hat am 1. August am „Ostseeman“-Triathlon teilgenommen. Das bedeutet: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und zum Schluss dann noch ein Marathon. Nach 11 Stunden und 42 Minuten kam Lingstädt ins Ziel. „Ein unglaubliches Glücksgefühl, wenn man durchhält und es schafft.“
Für viele ist schon nur der Gedanke daran, knapp 12 Stunden durchgehend Extremsport zu treiben, eine Qual. Lingstädt findet darin seine Erfüllung. „Ich habe mein ganzes Leben Sport getrieben. Ich brauche das.“ Zum Saison-Höhepunkt trainiert er 24 Stunden in der Woche, legt Hunderte Kilometer mit Fahrrad, Laufen und Schwimmen zurück. Darin sieht er aber nichts Besonderes. Erst recht nichts Lobenswertes. „Es ist ein ganz normales Hobby. Die einen gehen in die Kneipe oder ins Kasino und ich eben aufs Rad. Aber das könnte jeder, der nur wollte“, gibt sich Lingstädt sehr bescheiden. Seine Frau Jana kommt bei dem ganzen Sport übrigens nicht zu kurz. „Wir gehen zusammen Laufen“, sagt sie, lächelt munter und umarmt ihren Mann. „Demnächst wollen wir auch gemeinsam einen Marathon bestreiten, und da trainiere ich dann ab und zu mal mit.“
Sport war schon immer ein Mittelpunkt im Leben der Lingstädts. Jana ist von Beruf Trainerin, Rolf Dieter Sportlehrer. Sein Leben lang probierte er von Tennis über Handball und Leichtathletik bis hin zum Schwimmen etliche Sportarten aus. Erst 2005 hat der Triathlet mit dem Ausdauersport begonnen. Eigentlich hatte er gar nicht vor, zum Triathleten zu werden, aber das hat sich dann so entwickelt. Vom Halbmarathon zum Marathon. Vom olympischen Triathlon zur Langdistanz. Dabei trainierte er nicht mit dem Ziel, auf Wettkämpfen zu starten und Medaillen zu gewinnen, sondern einfach um des Sportes Willen „Es macht mir unheimlich viel Spaß, mich zu bewegen, die Wettkämpfe plane ich nur ein, um ein Ziel zu haben, auf das ich hinarbeiten kann.“ Natürlich ist so ein Triathlon auch für Lingstädt kein Zuckerschlecken. Vor allem wenn man bedenkt, dass so ein Wettkampf unter Umständen auch tödlich enden kann, wenn der Körper der Belastung nicht standhält. „Klar, damit muss man rechnen, aber sterben kann man überall, und ich versuche mich so gut wie möglich auf so einen Triathlon vorzubereiten.“ Deswegen, sagt Lingstädt, sei eine richtige Ernährung die vierte Disziplin des Triathlons. Süßigkeiten sind ein Tabu -- „das sind leere Lebensmittel“, sagt er. Viel Gemüse und kohlenhydrathaltige Produkte stehen an erster Stelle des Speiseplans. „Der ganze Aufwand lohnt sich. Wenn man dann einmal nach so einem Triathlon über den blauen Teppich durchs Ziel gelaufen ist, lebt man noch monatelang von diesem Glücksgefühl.“ Lingstädt sieht noch lange kein Ende. „Ich möchte mit meiner Frau zusammen beim „New York Marathon“ mitlaufen, und dann, mit 60, will ich mich für den Ironman auf Hawaii qualifizieren.“
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