Schwerste Brandkatastrophe im Kreis Unna
27.12.2009 | 17:57 Uhr 2009-12-27T17:57:00+0100Es ist das wohl schwerste Brandunglück im gesamten Kreis Unna. „Keiner der Feuerwehrleute kann sich je erinnern, so etwas schon einmal erlebt zu haben”, sagte Landrat Michael Makiolla am 1. Weihnachtstag um 11.40 Uhr.
Da war es fast genau auf die Minute sieben Stunden her, dass die Feuerwehr zur Zechenstraße nach Königsborn gerufen wurde. Der Rettungseinsatz vom 25. Dezember im Zeitraffer:
4.36 Uhr: Bei der Polizei geht der Notruf ein. Der 56-jährige Bewohner des Hauses Zechenstraße Nr. 54 meldet über 110 den Brand. Mit letzter Kraft hat er sich aus dem Schlafzimmer im Dachgeschoss durch das brennende Erdgeschoss aus einem Fenster ins Freie retten können.
4.40 Uhr: Zeitpunkt der Alarmierung der Feuerwehr. Das „Zeitfenster” von vier Minuten, so Polizeisprecher Martin Volkmer in einer Pressekonferenz am 2. Weihnachtsfeiertag, sei normal für die Dauer der Weiterleitung und Alarmierung. „Da wir schnell wussten, dass es sich um mindestens sechs Menschen handelt, wurden nicht nur zwei Löschzüge, sondern noch ein dritter rausgeschickt”, schildert Feuerwehrchef Thomas Engelbert den Ablauf des Einsatzes.
4.47 Uhr: Das erste Fahrzeug der Feuerwehr vor dem Haus Zechenstraße 54 kommt an. Drei Minuten später trifft auch der erste Einsatzwagen der Polizei ein.
4.53 Uhr: Der erste Trupp befindet sich im Haus. Der 56-jährige Mann, der die Feuerwehr alarmierte, wird von Notarzt und Sanitätern in Empfang genommen und versorgt.
5.01Uhr: Die Feuerwehr geht davon aus, dass noch sechs Personen vermisst werden. Es wird nachalarmiert.
5.11 Uhr: Eine weitere Person, eine Frau, wird lebend aus dem Haus geborgen. „Nach Sicherung der Atemwege wurde sie in ein Krankenhaus nach Unna gebracht”, so die Auskunft von Wachleiter Olaf Weischenberg. Der Zustand ist weiterhin lebensbedrohlich. Es handelt sich um die 78 Jahre alte Schwiegermutter des 56-Jährigen. Sie liegt im Koma.
6.20 Uhr: Aus dem Obergeschoss den Anbaus werden zwei Personen leblos geborgen. Später wird sich herausstellen: Es sind die beiden 19 und 25 Jahre alten Söhne des 56-Jährigen Überlebenden.
7 Uhr: Noch ein Toter wird aus dem rückwärtigen Anbau geborgen. Die Obduktion ergibt: Es ist die 52-jährige Ehefrau des 56-Jährigen. Kurze Zeit später werden zwei weitere Tote aus dem Hauptgebäude an der Straße geborgen. Dabei handelt es sich um den 83 Jahre alten Schwiegervater und den 47 Jahre alten Schwager des Überlebenden. Versuche, die beiden Männer wiederzubeleben, bleiben erfolglos.
8.55 Uhr: Die Suche nach Überlebenden wird eingestellt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sichern den Unglücksort. Neben den 95 Feuerwehrleuten waren in der Nacht und am Morgen sieben Rettungswagen und vier Notarztwagen sowie der leitende Notarzt im Einsatz. Auch zwei Rettungskräfte mussten zwischenzeitlich medizinisch betreut werden. Ein Feuerwehrmann hatte Kreislaufprobleme, ein anderer hatte Rauchgas eingeatmet. Nach medizinischer Versorgung waren sie weiter im Einsatz.
00:50
4 Minuten Zeitfenster halte ich für inakzeptabel, die Feuerwehr schafft es nach 7 Minuten vor Ort sein, mehr als die Hälfte der Zeit geht für die Alamierung drauf ? Wurde die per PKW Kurier weitergeleitet ?
Da läuft doch irgendwas gewaltig schief, mitten in der Nacht wo sonst gross nichts los war ?
Die moderne EDV behindert wohl mehr die Arbeit als sie nutzt. Es kann dem Bürger egal sein wo er anruft, es ist nicht zuviel verlangt, daß man sowas schnellstmöglich bearbeitet mit sinnvollen Prozessen und die können hier nicht stimmen wenn es die Feuerwehr schafft nach 7 Minuten vom Umziehen über Fahrt usw. vor Ort zu sein.
22:22
empfohlene Hilfsfristen:
1,5 Minuten Gesprächs- & Dispositionszeit + 8 Minuten Ausrücke- & Anfahrzeit, das ist die Hilfsfrist 1 für den Erstangriff
Rechnet man nicht 4 Minuten sondern 1,5 Minuten für die Abfrage von der Polizei und Weiterleitung des Notrufes hinzu, ist die empfohlene Hilfsfrist immer noch erreicht.
Leider ist (gerade bei älteren Menschen) immer noch der Notruf die 110. Hier muss seitens der Feuerwehr weitere Öffentlichkeitsarbeit für den Notruf 112 geleistet werden.
21:52
soweit wie ich weiß hat man eine Dispositionszeit von 90 sekunden (incl. Alarmierung). Nun gut jetzt ist der Anruf bei der Polizei eingegangen... Aber vier Minuten sind sehr lange. Jedoch hätte das auch nicht mehr geholfen. Mein herzliches Beileid an die Angehörigen. Das ist unfassbar!
20:53
@ #1
Das ist garantiert kein Trost, aber um das hier einfach klarzustellen.
1. Eine gesetzliche Hilfeleistungsfrist gibt es nicht, die Zeit ist nur eine ungesetzliche Vorgabe zu planerischen Durchführung von Einsätzen.
2. Die Hilfeleistungsfrist beträgt hierzulange fast immer 10 Minuten, also war die Feuerwehr in diesem Fall pünktlich. Anruf um 4:40 bis Eintreffen des ersten LF um 4:47 = 7 Minuten
Natürlich ist es schwer zu verstehen wenn 5 Leuten das Leben durch ein solches Drama genommen wird. Aber man sollte auch an die Helfer denken. Die eingesetzen Feuerwehrmänner haben bei diesem Einsatz ihr menschenmögliches gegeben.
Auch sollte man bedenken das das Haus bereits beim Anruf lichterloh gebrannt hat.
Es ist eine Trägodie ohnegleichen. Aber man muss nicht im Nachhinein auf die hauptberuflichen und vor allem auf den freiwilligen Helfer der Feuerwehren herumreiten die im Angrifstrupp ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Die Freiwilligen Kräfte setzen bei jedem Einsatz ihr eigenes Leben aufs Spiel um andere zu Retten, und das vor allem (wie es der Name ja schon sagt) freiwillig also ohne dafür auch nur 1Cent zu sehen.
Mein Beileid gilt allen Betroffenden dieser beispiellosen Tragödie aber vor allem gilt mein Respekt den Männern und Frauen der eingesetzen Löschgruppen und anderen Hilfsorganisationen.
18:24
4 Minuten Zeitfenster sind normal ? Schlechter Scherz ist sowas, Es gibt Hilfeleistungsfristen und wenn man da 4 Minuten drauflegt sind die wohl nicht eingehalten worden.