Schüler bauen Brennstoffzellenmotor
18.02.2009 | 16:56 Uhr 2009-02-18T16:56:05+0100Unna. (can) Man nehme eine Kiste mit verschiedenen Bauteilen und versuche, daraus einen Gabelstapler zu bauen. Ungewöhnlich nur: der Modellgabelstapler wird durch Wasserstoff angetrieben. ...
... Wie so etwas funktioniert, demonstrierte die Jahrgangsstufe 11 der Gesamtschule Königsborn. Die Schülerinnen und Schüler nahmen an einem Wettbewerb teil, den die EnergieAgentur.NRW zusammen mit der h-tec Wasserstoff-Energie-Systeme GmbH ausschrieb. Ziel war die Entwicklung eines Gabelstaplers mit effizientem Brennstoffzellenantrieb und Solarenergie. Unter den 200 teilnehmenden Schulen schaffte es die Technik-Klasse der Gesamtschule Königsborn mit Bravour in die zweite Runde des Wettbewerbs.
In der ersten Phase musste die Jahrgangstufe 11 verschiedene knifflige Aufgaben lösen. Die Belohnung für die 20 besten Lösungsvorschläge war eine Fuel-Cell-Box. Das ist ein Baukasten mit allen nötigen Teilen für den Brennstoffzellen-Gabelstapler. Diese Schülerarbeitsbox wurde den 20 Siegergruppen jetzt in Duisburg von Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben übergeben.
"Toll war auch der anschließende Rundgang durch das Zentrum für Brennstoffzellentechnik in Duisburg", sagt Schülerin Tatiana Mücke (16). "Wir haben zwar nicht alles verstanden, da uns das nötige Fachwissen noch fehlt, aber es war sehr interessant", ergänzt ihre 17-jährige Mitschülerin Sarah Paulus.
In der zweiten Phase ist nun Fingerspitzengefühl gefragt: Es muss nicht nur der Modell-Gabelstapler samt Brennstoffzellenantrieb gebaut werden, auch die Errichtung einer solarbe-triebenen Wasserstoff-Tankstelle gehört zu den Aufgabestellungen. Um zu gewinnen, muss der Gabelstapler besonders effizient arbeiten und möglichst viele Kisten in möglichst kurzer Zeit transportieren. Eine Jury bewertet Verständlichkeit, Praxistauglichkeit sowie Kreativität der Lösungen.
Die Schüler haben im Unterricht bereits Einblicke in die verschiedenen Möglichkeiten der Energiegewinnung erhalten. Sie sind sich der Problematik der fossilen Energieträger bewusst. "Es ist wichtig, dass mehr Wert auf regenerative Energien gelegt wird", sagt Schüler Julian Stendler (18).
Die Gesamtschule Königsborn ist eine der wenigen Schulen in NRW, die das Fach Technik anbieten. "Gerade die Praxisnähe dieses Fachs reizt mich", sagt Stendler. Einige Schüler wollen später einen technischen Beruf ergreifen, andere wählten Technik als das ihrer Meinung nach "geringste Übel" und sind überrascht. "Es ist nicht nur reine Theorie. Man hat ein klares Ziel vor Augen", sagt Amer Losaj (18). Er bezieht sich insbesondere auf den Wettbewerb, an dem die Gesamtschule bereits zum dritten Mal erfolgreich teilnimmt.
In der Runde 2003/2004 kamen sie sogar auf Platz eins. "Uns kommt es nicht auf den Sieg an, den Erfolg kann man ohnehin nicht planen. Der Wettbewerb passt einfach wunderbar zu den behandelten Unterrichtsthemen. Die Schüler können theoretisches Wissen in der Praxis anwenden. Und Spaß macht es auch noch", erklärt Kurslehrer Ludger Kloer (40) zufrieden. Am 22. Juni ist die Preisverleihung.
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schickt mal bauanleitung pls