Schönste Wochenendpläne gehen im Sturzregen unter
27.07.2008 | 22:28 Uhr 2008-07-27T22:28:00+0200
Der Abend, als das Wasser kam, durchkreuzte viele Wochenendpläne. Vor allem jene der Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Unna war im Kreis am stärksten vom Samstags-Unwetter betroffen.
Die nackten Fakten: 441 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr im Kreisgebiet, davon entfielen ab 17.35 Uhr allein 210 auf das Unnaer Stadtgebiet. Ähnlich von Wind und Wasser in Mitleidenschaft gezogen wurde nur Schwerte, wo die Wehr etwa 200mal um Hilfe gebeten wurde. Bei der Polizei schrillte in der Hochzeit des Unwetters zwischen 18.10 und 19 Uhr 355mal das Notruftelefon, so eine erste Statistik.
Unnas Stadtbrandmeister Thomas Engelbert und seine Leute konnten sich mit knapp einer Stunde Vorlauf auf das Unwetter einstellen. Nicht viel Zeit, aber es reichte, um 253 Feuerwehrleute im Kreis in Bereitschaft zu versetzen, davon 110 in Unna. Unterm Strich linderte die Wehr bis 2 Uhr in der Nacht die klassischen Folgen von Regengüssen, Hagelschauern und starken Winden: Keller leer pumpen, Straßen von Schlamm, Bäumen und Ästen befreien. Die Polizei sperrte wegen Überflutung zeitweise ganze Straßen, etwa Falk- und die Hubert-Biernat-Straße.
Der Norden Unnas am stärksten betroffen
Besonders betroffen war laut Aussage von Engelbert der Unnaer Norden. So fiel der zweite Teil der Tattoo-Party auf der Salzwiese ins Wasser. Es gab aber auch spektakuläre Einsätze, wie den an der Bahnlinie Dortmund-Soest in Höhe Mühlhausen. Dort war ein Rückhaltebecken übergelaufen, das Wasser hatte die Gleise unterspült, Schotter weggerissen. Die Wehr hielt mit Blaulichteinsatz einen Nahverkehrszug auf, der kurz nach der Gefahrenstelle zum Stehen kam. Ein neues Hochwasserkonzept für diesen Bereich fordert Anwohner Holger Zühlke.
Das Wasser drang aber auch ins Katharinen-Hospital in der Stadtmitte ein, drückte Dreck und Wasser in Schwimmbecken, Röntgenabteilung, Eingangsbereich und Tiefgarage. Auch hier dauerten die Aufräumarbeiten den ganzen Sonntag an.
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