Schlaglöcher wie mit dem Presslufthammer
26.01.2009 | 23:00 Uhr 2009-01-26T23:00:00+0100Unna. Das kritische Wort heißt „Frost-Tau-Wechsel”. Es klingt etwas angenehmer als Dauerfrost, fügt Unnas Straßen derzeit aber Schäden zu wie ein außer Kontrolle geratener Presslufthammer.
„In der vergangenen Woche ist es wirklich schlimm geworden”, sagt Volker Kahlert, Leiter des städtischen Tiefbauamtes. Dem Dauerfrost folgten Freitag mildere Temperaturen. Feuchtigkeit konnte in die Risse der aufgeplatzten Straßen eindringen. Weil es etwa in der Nacht zu gestern wieder fror, also besagtes Frost-Tau-Wetter einsetzte, wirkte das zu Eis erstarrte Wasser in den Rissen wie kleine Dynamitstangen. Allüberall müssen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger nun zentimetertiefen Löchern im Asphalt ausweichen.
Der Bedarf ist so groß, dass die SPD-Fraktion im Rat noch einmal an die Haushaltskasse gehen möchte. „Wir fordern ein Straßensanierungsprogramm”, sagt Fraktionsvorsitzender Michael Hoffmann.
Zwei Trupps à drei Männer, ausgerüstet mit Schaufel und Ausbesserungsmaterial, drehen derzeit im Stadtgebiet ihre Runden. Gestern waren Hertinger- und Ahornstraße an der Reihe sowie die Straßen im Osten Unnas. 250 000 Euro groß ist das Budget für die bauliche Unterhaltung der Straßen. Aus diesem Topf werden auch die Winterschäden beglichen. Ob das Geld reicht, kann Kahlert noch nicht abschätzen.
Die Schüppe Teer ist denn auch mehr Flickschusterei denn wirkliche Ausbesserung. Deshalb auch die SPD-Forderung nach einem umfassenden Sanierungsprogramm. Wie das Programm finanziert werden soll, ist noch nicht bekannt. „Da wird unserem Kämmerer schon etwas einfallen”, sagt Hoffmann. Zumal die Steuereinnahmen besser ausgefallen seien, als erwartet.
Die so genannten Straßenbegeher, die derzeit auf Löchersuche in Unna unterwegs sind, haben ordentlich zu tun. „Wenn wir merken, wir kommen mit unserer Mannschaft nicht nach, werden wir noch ein privates Bauunternehmen beauftragen, die Löcher in Unna zu reparieren”, sagt Kahlert.
Service: Wer zahlt fürs kaputte Auto?
Autofahrer, deren Pkw durch ein Schlagloch beschädigt wurden, müssen sich an den Straßenbaulastträger werden.
Dr. Peter Meintz vom ADAC bewertet die Chancen, Geld etwa von der Kommune zu bekommen, als „äußerst gering”. Autofahrer hätten ihre Geschwindigkeit den Straßenverhätnissen anzupassen.
Bei besonders großen Schlaglöchern muss der Baulastträger auf schlechte Straßenverhältnisse hinweisen und Warnschilder aufstellen.
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