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Rentner aus Unna gesteht Dreifach-Mord

19.02.2010 | 15:44 Uhr
Rentner aus Unna gesteht Dreifach-Mord

Mönchengladbach/Unna. Im Prozess gegen den Amokschützen von Schwalmtal (Kreis Viersen) hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 72-jährige Rentner aus Unna erklärte am Freitag vor dem Landgericht Mönchengladbach, die drei Opfer hätten "weg" gemusst.

Im Prozess gegen den Amokschützen von Schwalmtal (Kreis Viersen) hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 72-jährige Rentner erklärte am Freitag vor dem Landgericht Mönchengladbach, die drei Opfer hätten "weg" gemusst. Die Geschädigten seien dafür verantwortlich gewesen, dass sich der Verkauf des Hauses seiner Tochter derart in die Länge gezogen hätte. Die Opfer seien deshalb selbst schuld gewesen, dass sie erschossen wurden. "Die mussten weg. Feierabend", erklärte der aus Unna stammende Mann auf Nachfragen des Richters.

Aus Verärgerung erschossen

Der Angeklagte soll aus Verärgerung über den langwierigen Verkauf des Einfamilienhauses seiner Tochter zwei 38 und 70 Jahre alte Rechtsanwälte sowie einen 48-jährigen Immobiliengutachter des Kreises Viersen erschossen haben. Ein 50 Jahre alter Gutachter wurde schwer verletzt.

Laut Geständnis hatte sich der Rentner einige Zeit vor der Tat überlegt, die Rechtsanwälte seiner Tochter, seines früheren Schwiegersohnes und ebenfalls am Verkauf des Hauses beteiligte Immobiliengutachter zu erschießen. Er habe die gesamte Situation nicht mehr ertragen. Seine Tochter habe rund um den Verkauf des Hauses mehrere Prozesse verloren, sein früherer Schwiegersohn habe alle Anwälte seiner Tochter bestochen.

Opfer hat ihn angefleht

Eines der späteren Opfer habe ihn angefleht, nicht zu schießen. Daraufhin habe er erklärt, das käme zu spät. "Das hättest Du Dir früher überlegen müssen", hab ich gesagt", erklärte der 72-Jährige vor Gericht. Ein Gerichtssprecher sprach von einem "beeindruckenden Geständnis im negativen Sinne".

Am zweiten Verhandlungstag wurde als Zeuge auch der Immobiliengutachter gehört, den der Angeklagte lebensgefährlich verletzt haben soll. Der 50-Jährige wurde per Video-Vernehmung befragt. Er hatte sich zuvor geweigert, mit dem Angeklagten in einem Raum zu sitzen. Unter anderem leidet der Mann unter posttraumatischen Belastungsstörungen und befindet sich nach Angaben der Justiz in psychiatrischer Behandlung.

Für den Prozess sind noch neun weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Mitte April verkündet werden. (ddp)

DerWesten

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