Rektor fordert Rösner heraus
21.02.2011 | 18:16 Uhr 2011-02-21T18:16:00+0100
Königsborn. Unna. Große Gewinnerin bei den Schulanmeldezahlen ist die Gesamtschule Königsborn (GEK). Sie könnte sechs Eingangsklassen bilden, hat aber nur Platz für vier. Der Schulentwicklungsplan sieht aber in Zukunft an ihrer Stelle eine Gemeinschaftsschule. Unsinnig, wie GEK-Rektor Hans Ruthmann findet.
Mit „Händen und Füßen wehren“ will sich Hans Ruthmann gegen den Plan, die Gesamtschule Königsborn (GEK) durch eine Gemeinschaftsschule zu ersetzen. Das schlägt der Schulentwicklungsplan von Dr. Ernst Rösner für den Standort Königsborn (Schulzentrum Nord) vor. Mit den neuen Anmeldezahlen glaubt Rektor Ruthmann, gute Argumente für den Status Quo zu haben.
Tatsächlich ist die GEK die große Gewinnerin der Anmelderunde aus der vergangenen Woche. 116 Plätze hat die Schule in den fünften Eingangsklassen im Sommer 2011 zu vergeben – einen davon haben möchten 173 Schüler, fast alle wollen am Notebook lernen. 173 – noch einmal sechs Anmeldungen mehr als vor einem Jahr.
„Unna hat Platz für
zwei Gesamtschulen“
Ruthmann kann und will über die Vierzügigkeit aber nicht hinaus gehen. „Sonst würde unsere pädagogische Arbeit leiden.“ Und gerade weil die Arbeit des Kollegiums so gut sei, würden die Eltern ihre Kinder Jahr für Jahr zur GEK schicken. „Wir haben mit Abstand die höchsten Anmeldezahlen“, sagt Ruthmann erfreut. Das gelte sowohl für den Vergleich mit der Peter-Weiss-Gesamtschule) als auch Schulformen übergreifend: „Die Gesamtschule ist die beliebteste Schulform in Unna.“
Erstmals bildet die GEK im kommenden Jahr auch vier elfte Klassen, weil zu den 43 eigenen Schülern aus der Sekundarstufe I auch sehr viele auswärtige in die Oberstufe strömen. 122 macht das zusammen.
Zahlen, die für GEK-Schulleiter Hans Ruthmann eine Frage aufwerfen: „Braucht Unna überhaupt eine Gemeinschaftsschule?“ Seine Antwort ist – zumindest für den Standort Königsborn – klar: Nein. Die GEK in eine Gemeinschaftsschule umzuwidmen, sei laut rot-grünem Schulkonzept gar nicht zulässig. Das sehe vielmehr Stärkung und Ausbau der Gesamtschulen vor.
Auch für das gesamte Stadtgebiet zweifelt Ruthmann die Notwendigkeit einer Gemeinschaftsschule an. Selbst wenn die Peter-Weiss-Gesamtschule Federn lassen musste (169 statt 203 Anmeldungen), „ist in Unna Platz für zwei Gesamtschulen“. Damit erteilt Ruthmann Gedankenspielen eine Abfuhr, die nur noch eine, dann größere Gesamtschule für Unna neben einer Realschule und zwei Gemeinschaftsschulen vorsehen.
Schüler bis zur zehnten Klasse zusammen lassen
Grundsätzlich lasse die von Rot-Grün propagierte Gemeinschaftsschule viele Optionen offen, sagt Ruthmann. Aber eben auch jene, dass eine Art Auslese bereits nach der 6. Klasse stattfinde, wenn bessere Schüler gemeinsam auf Kurs Abitur gebracht werden. „Ich stehe allein hinter dem integrativen Konzept der Gesamtschule“, sagt er. Und das lasse die Schüler bis zur 10. Klasse zusammen.
Direktoren, Verwaltung und Schulpolitiker sitzen nun über die neuen Zahlen zu Rate, heute ab 17 Uhr im Schulausschuss (Ratssaal des Rathauses). Die erste Fraktion habe bereits das Gespräch mit ihm gesucht, sagt Ruthmann. Dabei sei es allerdings nicht um die Zukunft der GEK als mögliche Gemeinschaftsschule gegangen. „Ich warte das mal ab und diskutiere mit allen Parteien ruhig und sachlich.“
Interessiert sei er zudem an einem persönlichen Gespräch mit dem Dortmunder Entwicklungsplaner Dr. Rösner. Dazu ist es bisher nicht gekommen. Ruthmann würde Rösner wohl gerne die exzellenten Anmeldezahlen zeigen.
21:15
Es ist schon auffällig wie von Hr. Rösner immer jene Schuform in Schulentwicklungsplänen als die einzige bzw. beste Lösung dargestellt wird, die gerade aus Ddorf propagiert wird. So auch wieder in Unna und Holzwickede geschehen.
Da tut es gut zu lesen, dass die Anmeldezahlen einen anderen Elternwillen widerspiegeln, sie setzen auf bewährtes und nicht auf neue Experimente mit unseren Kindern.