Rechtsextreme Randale in Unna nimmt zu
23.11.2009 | 22:30 Uhr 2009-11-23T22:30:00+0100
Unna. Die Polizei in Unna rechnet mit einer Zunahme rechter Gewalt im Kreis. Am Freitag hatten Rechtsextreme eine Lesung der Linken-Politikerin Köditz gestört - die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Als Grund der Zunahme vermutet Landrat Makiolla die anstehende Landtagswahl in NRW.
Mit einer deutlichen Zunahme an Randale und Störungen durch die rechtsextremen Szene in Unna rechnet die Polizei. „Wir werden uns mit erhöhter Präsenz darauf einstellen”, kündigt Polizeisprecher Martin Volkmer an. Damit reagiert die Behörde auf den jüngsten Auftritt der „Freien Kameradschaft” vor der Lesung von Kerstin Köditz (Die Linke) in der Lindenbrauerei.
Den Grund für die zunehmenden rechtsextremistischen Aktivitäten nennt der Chef der Kreispolizei, Landrat Michael Makiolla: „Vor der Landtagswahl versuchen diese Gruppen, junge Wähler zu gewinnen. Denn junge Leute sind handlungsorientiert und weniger durch theoretische Papiere zu überzeugen.”
14 Rechtsextreme stören linke Lesung
Wie berichtet, war es Freitagabend im Vorfeld der Lesung zum Großaufgebot der Polizei vor der Brauerei gekommen. Rechtsextreme versuchten die Lesung, veranstaltet von Linken und Antifa, zu stören. Die Polizei leitete gegen jeweils zwei Vertreter des rechten wie des linken Spektrums Ermittlungsverfahren ein. Der Vorwurf: Verstöße gegen das Vermummungsverbot und Bewaffnung – zwei Besucher der Lesung hatten Pfefferspray dabei. Gegen die anderen rechten Störer wurden Platzverweise ausgesprochen. Bei künftigen Veranstaltungen der Partei Die Linke oder der Antifa werde die Polizei bereits vor Beginn erhöhte Präsenz zeigen, sagte Polizeisprecher Volkmer gestern gegenüber unserer Redaktion und gab angesichts der Vermummungen zu Bedenken: „Es muss schon die Frage erlaubt sein, wie es sein kann, dass sich Teilnehmer der Veranstaltung auf Auseinandersetzungen einstellen?” Für die Antifa ist die Antwort klar: „Zur Strategie der Neonazis gehört es, ihre Gegner zu identifizieren und gewalttätig gegen sie vorzugehen.”
Nicht der erste rechte Zwischenfall
Für Brauerei-Hausherrin Regina Ranft war es nicht der erste Zusammenstoß mit der rechten Szene. „Wir verschließen dann die Türen, erteilen Hausverbote. Am Freitag hatte die Polizei die Sache sofort im Griff. Aber es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, sich vor solchen Leuten verschanzen zu müssen. Die Übergriffe haben eine neue Qualität bekommen.” Nichtsdestotrotz werde das Kulturzentrum sich nicht einschüchtern lassen und immer wieder Räume an Antifa, die Linken wie auch an alle anderen demokratischen Gruppen vermieten.
Trotz der Häufung rechtsradikaler Randale sieht Landrat Makiolla aber noch keine Dortmunder Verhältnisse auf Unna zukommen. „Unna ist kleiner, die soziale Kontrolle ist größer”, sagt er. Dennoch dürften alle Institutionen, Schulen, Vereine, Kirchen nicht darin nachlassen, Widerstand zu leisten. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Die, die dort aufmarschieren, wollen unsere Demokratie abschaffen. Dagegen müssen wir offensiv vorgehen und zeigen, dass wir die Meinungshoheit besitzen.” sza
22:00
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
23:01
Lieber alemantico,
niemand behauptet, dass alle anderen lügen. Wir haben nur festgestellt, dass die Berichterstattung der WAZ in diesem Thema vorsichtig gesprochen recht selektiv ist., Nicht mehr und nicht weniger. Stärkere Formulierungen verkneifen wir uns bewußt.
20:52
Ach Herr Voss,
Sie kommen doch aus der Versicherungsbranche da müsste Ihnen doch klar sein, dass es jedem objektiven Beobachter aufstößt, wenn jemand behauptet: Alle anderen lügen, nur ich sage die Wahrheit. Zeitung, Augenzeugen und Medien sehen Sie und die Ihren und berichten dem entsprechend darüber.
Ich persönlich glaube, diese Berichterstattung ist Ihnen sogar ganz lieb, da Sie sich durch das Einnehmen einer imaginären Opferrolle preiswerte Werbung versprechen. Notwendig ist es, wo ein Gönner Ihrer Partei ja nun verstorben ist und sich seine Erben dem braunen Sumpf verweigern...
20:18
der bericht zeigt nur einmal mehr,das einseitig oder vorbelastet recherchiert und wiedergegeben wird.
die bösen rechten,die durch gewalt und was weiß ich für ein auftreten den polizeieinsatz in der größe erst notwendig machten.
warum wird nicht auch mal klipp und klar geschrieben,das die sogenannten antifas oder die linken nicht einen deut besser sind.
ist es nicht meist so,das polizeikräfte sich mit den linken körperlich auseinandersetzen dürfen.
aber dazu nichts,nee sind ja auch die guten.
wenn schon geschrieben oder berichtet wird,dann bitte auch konsequent ehrlich.
berichte dieser art sind geschönt.
die guten -linken-die verfechter die wahren,ich kann nur lachen,schmunzeln darüber.
radikaler und zu mehr straftaten bereit,als die meisten rechten.
schmierereien an haus oder sonstigen eigentümern von vermeintlich rechten kreisen.
brand und sachbeschädigung.
körperverletzungen.
warum wird darüber mal nicht berichtet.paßt nicht ins gängige klischee.
schmerzhaft aber wahr.
aber unterstützt solche kreise schön weiter,aber sollte sich das wahre spektrum mal zeigen und das dann nicht mehr totgeschwiegen werden können,dann vergeßt nicht,eure berichterstattung hat gewissen kreisen somit ein positives bild gegeben.
Die Aufzählung der Straftaten ist schon dreist! Vorausgesetzt, Sie sind der gleiche Bantam76, der bei der Nazi-Kameradschaft Hamm als Verteidiger auftritt, wundert es mich natürlich nicht, dass Mord ausgelassen wurde. Nazis sind übrigens mehr als Kinderschänder, Nazis sind Kindermörder!
20:49
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:38
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:17
den grund für die zunahme der aktivität der neonazis in unna ist wohl kaum die anstehende wahl, aktiv sind die nun schon locker seit einem jahr, haben schon nach 3 monaten anschläge verübt und ähnliche aktionen durchgeführt. auch versuchen sie nciht erst seit freitag veranstaltungen zu stören oder andersdenkende anzugreifen und auf todeslisten zu stellen. schon vor einigen monaten verteilten die neonazis und die npd flyer vor der lindenbrauerei, als dort ein konzert gegen rechts stattfand. auch damals sah sich die polizei nicht im stande die veranstalltung früh genug so gut zu schützen, das zu einer störung dieser nciht hätte kommen können. statt dessen ließ diese die nazis so lange wie sie wollten ihre hetze verteilen. vllt sollte die polizei mal aufwachen oder gleich ganz wegbleiben.
14:46
In den Landtagswahlen den Grund für eine erhöhte Aktivität von Neonazis zu sehen entbehrt jeder Grundlage. Die Neonazis im Kreis Unna sind vor allem parteiunabhängig, arbeiten nur teilweise mit der NPD zusammen.
Der Grund für ein Erstarken liegt viel mehr darin, dass sich im Kreis Unna feste Kameradschaften gebildet haben, die regelmäßige Aktionen mit Unterstützung von auswärtigen Nazis, vor allem aus Hamm, Dortmund und dem östlichen Ruhrgebiet, durchführen. Ihr Erfolg dabei ist mäßig, ihre Gruppen nicht sonderlich groß, jedoch die Aktivitäten sehr hoch. Über ihre Aktionen definieren sie sich und feiern sich dafür im Internet.
Mit den Landtagswahlen haben ihre Aktionen wenig bis gar nichts zu tun.
23:48
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.