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Polizeieinsatz

Rechte stören Linke-Lesung

30.11.2009 | 17:40 Uhr

Unna. 14 Mitglieder der Rechten Szene haben Freitagabend an der Lindenbrauerei eine Lesung der Linke-Politikerin Kerstin Köditz gestört. Die Polizei zog mehrere Einsatzwagen vor dem Gebäude der Brauerei zusammen und verhinderte eine Eskalation.

Kerstin Köditz, Linke-Mitglied im Sächsischen Landtag und Sprecherin für antifaschistische Politik ihrer Partei, wollte im Atelier der Lindenbrauerei eigentlich aus ihrem Buch „Und morgen? – Extreme Rechte in Sachsen” lesen. Eingeladen wurde sie vom Linke-Ortsverband Kamen-Bergkamen-Bönen und der Antifa UNited.

Bevor die Veranstaltung anfing, (geplant: 19.30 Uhr) versammelten sich 14 Rechte, die der Freien-Kameradschaft-Szene angehören sollen, an der Lindenbrauerei.

Die Polizei, die bereits mit einer kleinen Einheit vor Ort war, forderte gegen 19.10 Uhr Verstärkung an. Insgesamt sechs Streifenwagen sowie Beamte in Zivil eilten zur Lindenbrauerei. Die Beamten isolierten die Mitglieder der Rechten Szene im Gang zwischen Jugendcafe´ und Eingang zum Schalander. Die Linke-Szene musste sich auf dem Platz zwischen Lindenbrauerei und Parkhaus Massener Straße versammeln.

Die Polizei hatte die Situation fest im Griff. Vermummte Gesichter dudelte die Einsatzleitung nicht, weder bei den Linken noch bei den Rechten. Sowohl die Antifa als auch die Rechten filmten stellenweise den Einsatz.

Gegen 19.45 Uhr verhängte die Polizei gegen die Rechten einen Platzverweis. Sie mussten das Gelände verlassen. Daraufhin zog die Gruppe erst einmal zum Kino, um auf dem Lindenplatz Flugzettel zu verteilen.

Einsatzkräfte der Polizei begleiteten die Gruppe bis zum Bahnhof, wo sie sich noch einmal aufteilte. Etwa fünf Rechte gingen noch einmal Richtung Innenstadt, die übrigen Mitglieder stiegen in einen Zug und verließen Unna.

Immer wieder kam es in der jüngsten Vergangenheit zu Zwischenfällen mit der Rechten Szene.

Im August verbot die Polizei eine rechte Kundgebung in der Innenstadt. Noch am Abend der abgesagten Demo ließen sich vier Personen, unter ihnen der Organisator der Demo, von der Polizei beim Hakenkreuz-Schmieren erwischen.

Am Stadtfest-Wochenende sollte es im Kolpinghaus zu einem überregionalen NPD-Treffen kommen. Als der Wirt merkte, wer sich hinter der Reservierung verbarg, sagte er die Veranstaltung ab.

Am 12. November marschierten 20 bis 25 Rechte in der Fußgängerzone auf und skandierten ihre Parolen.

Lars Reckermann

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