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Berliner Allee-Anlieger

Raus aus der teuren Fernwärme

29.06.2009 | 16:12 Uhr

Über 1 000 Wohnungen werden im Quartier rund um die Berliner Allee mit Fernwärme versorgt. Dazu die Berufsschulen und das Geschwister-Scholl-Gymnasium.

 Die Gesellschaft Favorit, neuerdings eine Tochter der RWE, betreibt an der Hubert-Biernat-Straße ein Fernheizkraftwerk. Nur: Viel Nutzer der Wärme sagen, sie sei schlichtweg zu teuer. Sie wollen versuchen, aus dem bis 2015 laufenden Vertrag herauszukommen und benötigen dazu die Unterstützung von Stadt und Kreis.

„Für den Betrag, den ich zahle, kann ich 6 000 Liter Heizöl kaufen”, sagt Horst Alze. Er lebt in einem Häuschen mit 120 Quadratmetern Wohnfläche. Ein schlecht isoliertes Haus dieser Größenordnung verbrauche 1 500 Liter Heizöl im Jahr.

Als das Viertel um die Berliner Allee Anfang der 70er Jahre gebaut wurde, schlossen die Eigenheim- und Besitzer der Mehrfamilienhäuser einen Vertrag mit Anschluss- und Benutzungszwang für die Fernwärme. Der läuft bis 2015. Wird er nicht zwei Jahre vorher gekündigt, verlängert er sich um weitere fünf Jahre.

„Der Verbrauch wird nach dem so genannten Wärmeanschlusswert berechnet. Und der ist einfach viel zu hoch angesetzt”, sagt Hausbesitzer Günther Rodiek. Favorit senke den Wert auch dann nicht, wenn jemand sei Haus dämme. „Ich habe dadurch überhaupt keine Einsparmöglichkeiten”, sagt Alze.

Und der Vertrag kann auch erst dann gekündigt werden, wenn zwei Drittel des Wärmeanschlusswertes erreicht sind. Das heißt: Die rund 100 Eigenheimbesitzer reichen bei weitem nicht aus, um den Vertrag mit Favorit zu kündigen. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik und der Verwaltung”, so Rodiek. Denn: Durch die städtischen und kreiseigenen Gebäude (Schulen) kämen jede Menge Wärmeanschlusswerte zusammen, so Rodiek. „Der Stadt kann ja nur daran gelegen sein, so wenig Heizkosten wie möglich zu zahlen”, sagt Günther Rodiek.

Vorschlag der Nutzer: Die Stadtwerke übernehmen 2015 das Fernwärmekraftwerk. 80 Prozent der Wärme für das Viertel werden ohnehin im gegenüberliegenden Blockheizkraftwerk produziert. Von dort wird es zum Favoritwerk geleitetet, das die Wärme an die Haushalte verteilt. Erste Gespräche zwischen den Hauseigentümern, der Stadt und den Stadtwerken sind bereits gelaufen. Die Sache werde geprüft.

Jens Schopp

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