Prozess nach Morddrohungen
09.02.2012 | 19:18 Uhr 2012-02-09T19:18:00+0100
Unna.Ein süffisantes Lächeln. Leicht, aber doch wahrnehmbar. „Ist hier irgendetwas lustig?“, fragte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig jenen psychisch kranken Mann, der laut Anklage unter anderem Landrat Michael Makiolla mit Morddrohungen in Angst und Schrecken versetzte.
Seit gestern muss sich der 51-Jährige, der Mitarbeitern des Straßenverkehrsamtes, Polizisten und auch Personen aus seinem eigenen Bekanntenkreis das Leben schwer gemacht haben soll, wegen Bedrohung, versuchter Nötigung und Beleidigung vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Als man ihm nach einer Trunkenheitsfahrt den Führerschein entzog, wurde der Mann laut Staatsanwaltschaft aggressiv. Aufgrund seiner Erkrankung gilt er als vermindert steuerungsfähig.
Mit den Worten „Ich schlitz Dich auf“, soll er am 11. November 2009 zunächst eine Bekannte bedroht haben. Einer Mitarbeiterin des Straßenverkehrsamtes habe er im Sommer 2010 im Kreishaus gar in Aussicht gestellt, er werde mit einer „Pumpgun“ (eine Art Jagdgewehr) wiederkommen – was glücklicherweise nicht geschah. Dann, am 28. Juli 2010, rief er laut Anklage den Bruder des Landrates an und verlangte nach der Telefonnummer von Michael Makiolla. Der habe eine schöne Frau, „die werde ich abknallen“, so lautete demnach der Kommentar des Anrufers. Michael Makiolla wurde daraufhin in seinem Büro unter Polizeischutz gestellt und trug eine kugelsichere Weste.
Am Donnerstag, 16. Februar, sagt der Landrat als Zeuge aus. Dann will sich eventuell auch der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern, so erklärte sein Verteidiger Rechtsanwalt Torsten Reimer.
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