Paradiesisch gebettet seit 60 Jahren
19.02.2010 | 21:41 Uhr 2010-02-19T21:41:00+0100
Unna. Über die grimmsche Märchensammlung weltbekannt ist Frau Holle, die ihre Federbetten ausschüttelt und es so kräftig schneien lässt. Die Frau Holle von Unna heißt Sigrid Rüschenbaum und feiert zurzeit an der Gerhart-Hauptmann-Straße ihren 60. Geschäftsgeburtstag.
Ihr Baby- und Bettenhaus Keil hat reichlich von dem zu bieten, was Frau Holle in Schnee verwandelte: flauschige Federn in diversen Qualitäten. Den Kunden präsentieren sie sich im Ladenlokal bereits in Handarbeit verpackt – in Form von kuscheligen Kopfkissen und Oberbetten. Wer allerdings in Sigrid Rüschenbaums Unterwelt eintauchen darf, der sieht sich umgeben vom flauschigen Füllmaterial, dass in offenen Behältern und noch verpackt in großen Säcken auf die Verarbeitung wartet. „Gänsedaunen und -federn aus Ungarn, Polen, Kanada und Sibirien”, erklärt die Unternehmerin, die das 1950 in der Karlstraße gegründete Fachgeschäft nach ihrem Großvater Alfred und Vater Johannes mittlerweile in dritter Generation führt.
Ein Erbe der Familientradition befindet sich ebenfalls im Federkeller „die einzige Bettfeder-Reingungsanlage im weiten Umkreis”. Ein großes oranges Getüm, mit dem die in die Jahre gekommenen Oberbetten wieder „renoviert” werden können. Ein großer Saugrüssel schlürft das alte Federkleid in die Waschmaschine, um es im Umkehrgang nach Reinigung und Trocknung wieder blitzeweiß in eine neue Stoffhülle zu blasen.
Da das teure Innenleben wiederverwendet wird, ist das Ganze viel günstiger als man erwarten mag: Für das runderneuerte Kissen muss um die 10 und für das Federbett um die 15 Euro bezahlt werden. Die Verjüngungskur sollte bei Kopfkissen alle zwei und beim Zudeck alle fünf Jahre durchgeführt werden, empfiehlt Sigrid Rüschenbaum.
Für Neuanschaffungen ist sozusagen der Rolls-Royce unter dem Naturfüllstoff die dichte aber federleichte Daune der Polargans. „Herrlich warm für das flauschige Winteroberbett.”
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