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Opel von 1936 fährt noch
09.11.2009 | 14:04 Uhr 2009-11-09T14:04:00+0100Der Wagen ist älter als sein Besitzer: Auto-Liebhaber Klaus Neuhaus ist 63 - sein leuchtend grüner Opel P4 ist 73 Jahre alt.
Schade, dass ausgerechnet der Wagen von Klaus Neuhaus zwar schlucken, aber nicht sprechen kann; denn als Opel, Baujahr 1936, kam der "Ossi" im Alter von stolzen 52 Jahren über verschlungene Wege von der DDR in die BRD und dann nach Unna.
Wenn das Auto bloß sprechen könnte...
Wenn Autoliebhaber, wie Klaus Neuhaus zweifellos einer ist, von ihren Autos sprechen, dann hört es sich mitunter an, als sprächen sie von einem Lebewesen. Von Kinderkrankheiten eines speziellen Modells ist die Rede, auch stottert das Auto schon mal oder „Er“ verschluckt sich. Der Wagen von Klaus Neuhaus hatte indes viel zu erzählen – kein Geringerer als der berüchtigte DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski verdiente an dem Autodeal.
Was sich ein bisschen anhört, wie eine Räuberpistole, hat Klaus Neuhaus selbst erlebt. Damals arbeitete er gerade in seinem zweiten Beruf als Kfz-Sachverständiger, war noch nicht lange vom Bundesgrenzschutz weg. „Deshalb hätte ich selber auch gar nicht in die DDR fahren können“, erinnert Neuhaus daran, dass es gerade Soldaten mindestens zehn Jahre nach ihrer Entlassung verboten war, in die Deutsche Demokratische Republik einzureisen.
Gekauft über DDR-Devisenhändler Schalck-Golodkowski
So ließ er einen Bekannten seinen wohl spektakulärsten Autokauf abwickeln. Klaus Neuhaus hatte nämlich erfahren, dass über den DDR-Devisenhändler Schalck-Golodkowski Autos in den Westen verkauft wurden. Nicht Wartburg oder Trabbi, sondern Mercedes Benz, Maibach und eben Opel. „Hallen in den Kasernen der Nationalen Volksarmee waren voll mit Oldtimern, die Leute aus der DDR bei ihrer Ausreise da lassen mussten“, berichtet Neuhaus.
Auf einen Opel aus dem Jahre 1936, Modell P4, hatte es der Unnaer abgesehen. Das lag schon deshalb auf der Hand, weil Klaus Neuhaus als junger Mann 1964 Kfz-Mechaniker bei Opel Rosenthal & Rustemeyer in Soest gelernt hatte.
1988 kostete der Wagen 9000 DM
Der Kontakt zu der Firma „Interport. Industrievertretungen“ in Ost-Berlin, Straßburger Straße, einer von 150 Tochterfirmen und -gesellschaften des Devisenbeschaffers der DDR wurde hergestellt. Das Geschäft wickelte Klaus Pracht, „die rechte Hand von Schalck-Golodkowski“ (Neuhaus) ab. Dessen Visitenkarte besitzt der Kfz-Sachverständige heute noch, wie natürlich auch den Lieferschein. 9000 D-Mark zahlte Neuhaus' Bekannter 1988 für das „Veteranenfahrzeug, Limousine, teilrestauriert“, so der Wortlaut in der „Bezugserklärung“ der DDR-Firma. Der Käufer musste mit einem verschlossenen Fahrzeug den Opel abholen – schließlich sollte keiner sehen, welches Schmuckstück die DDR verließ. Und der Käufer erhielt keinerlei Papiere von dem Wagen, keinen Kfz-Schein oder -Brief, geschweige denn eine Garantie. „Ich erhielt lediglich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, so dass ich sicher gehen konnte, dass der Wagen nicht gestohlen ist“, erzählt der heute 63-Jährige.
„Das Auto war gut in Schuss“
„Das Auto war gut in Schuss“, urteilte der Autoliebhaber. Den schwarzen Lack ersetzte er durch das originale „Laubfroschgrün“, der zweite Motor, der zur Lieferung gehörte, diente als Ersatzteillager. Seither gehört der P4 zu Klaus Neuhaus Liebling auf vier Rädern, mit dem er an vielen Oldtimer-Rallyes teilgenommen hat, oder einfach an der Seite seiner Ehefrau spazieren fährt. Die zweijährlichen Besuche beim TÜV verlaufen für den Unnaer immer ganz entspannt „Ohne Mängel“ bescheinigen ihm die Prüfer jedes mal. „Wenn der einmal in Schuss ist, dann geht so schnell nichts kaputt.“
07:35
@ TheRealThomasS:
Mit ein bisschen Pflege ist Rost bei fast keinem Auto ein Thema. In vielen Gebraucthwagentests heißt es über den Golf III: Es gibt nichts, das nicht kaputt geht. Dies kann ich durch Berichte leidgeprüfter Golf-Eigner im Bekannten- und Verwandtenkreis bestätigen. Die Astra F hingegen erfreuen ihre Besitzer durch weitgehende Zuverlässigkeit - für das inzwischen erreichte Alter nahezu vorbildlich.
@ klauro:
Peugeot hat tatsächlich ein massives Elektrik- und Zuverlässigkeitsproblem. Mich wundert, dass dies für die technisch baugleichen Konzernbrüder überhaupt nicht zutrifft. Der Picasso (Xsara und C4) von Citroen ist in seiner Klasse nicht nur vorbildlich, sondern auch unangefochtener Spitzenreiter bei der Zuverlässigkeit. Was die Rostvorsorge anbelangt, sind PSA-Fahrzeuge überhaupt kein Problem, und das schon seit Ende der Achtziger. Ich habe selbst ein solches Fahrzeug besessen, das 1982 auf den Markt kam und dank Verzinkung und Kunststoffen im Karosseriebereich nicht rostete.
06:25
Opel hat in Bezug auf Qualität wieder gut aufgeholt. Wenn ich dagegen die Franzosen wie z.B. Peugeot,au weia!!
20:03
Der Opel Kadett, den wir mal hatten, glänzte mehr durch Werkstattaufenthalte als durch Fahrtüchtigkeit. Der Abschleppwagen war sein bester Freund.
Der Vectra verschliß Bremscheiben fast schneller als Bremsklötze, soff wie ein Loch, hatte dauernd defekte Achsmanschetten usw. usw. So schlechte Autos wie die von Opel hatten wir noch nie. Auch er hatte einen Freund, der sich Abschleppwagen nannte.
Neben dem ganzen Werstattärger hat uns Opel auch noch richtig Geld gekostet. Und gerade beim Vectra waren wir nicht die Einzigen. Das bekam man schon in den Werkstätten und bei den Abschleppunternehmen mit.
Vorher und danach hatten wir immer Autos, die im Gegensatz zu Opel problemlos fuhren.
Opel ist für alle Zeiten von unserer Auto-Liste gestrichen.
17:26
#5 Für die meisten Deutschen ist aber Rostfreiheit das entscheidende Qualitätskriterium, danach Spaltmaße und Haptik .. in den Punkten verliert der Astra F (das war doch der, der schon nach einem Jahr Rost in den Hohlräumen hatte?!).
Warum werden wohl so wenig Alfas in Deutschland gekauft? Oder Fiat?
Die Antwort dürfte mit R beginnen ...
14:14
Aus irgendeinem Grund werden Opel schlechter geredet, als sie sind. Der Golf 3 ist qualitativ um einiges schlechter als der Astra F (wenn man einen rostfreien erwischt), darüber verliert aber niemand ein Wort.
13:26
klar deswegen sind auch alle wagen permanent in der werkstatt. denkst du auch mal drüber nach was du schreibst?
13:24
Damals wurde eben noch auf Qualität gesetzt.
Aber heute wird ja von Werk aus jedem Technikartikel ein Todeschip gleich miteingebaut.
Die Garantiezeit MUß jeder Artikel überleben. Danach aktiviert sich dieser Chip und macht den Technikartikel zu einem Schrottteil.
13:22
Selten so einen Blödsinn wie #1 gelesen.
Bis zur 1. Ölkrise war Opel sogar in der Oberklasse mit Admiral und Diplomat besser vertreten als BMW.
Das Problem waren und sind die Management-Entscheidungen aus USA, sowie Qualitätskiller wie José Ignacio López de Arriortúa.
12:49
Ja damals, da hatte Opel keine Gewerkschaft da glaubte man an den Unternehmer. Da wurde Qualität geliefert. Heute quasselt die Gewerkschaft überall mit das Ergebnis, na klar O Qualität. Darum lasst GM/OPEL sterben.