Oma und Enkelin bauen für die Armen
03.02.2012 | 18:33 Uhr 2012-02-03T18:33:00+0100
Unna.Lisette Moenikes friert in diesen Tagen mehr als die meisten Kältegeplagten. Die junge Frau ist vor knapp einer Woche aus Brasilien wieder nach Hause gekommen. „Das ist ein Temperaturunterschied von mehr als 40 Grad“, sagt die 19-Jährige. Die Unnaerin absolvierte in der Ferne ein Freiwilliges Soziales Jahr. Die Stadt Leme, vier Autostunden nordwestlich der Metropole Sao Paulo, war ihr Einsatzort. „Ich habe bei verschiedenen Projekten in den Armenvierteln mitgearbeitet. Schwestern eines Konvents engagieren sich sehr bei der Hilfe für die arme Bevölkerung am Rand der 90 000 Einwohner großen Stadt. Sie spenden Nahrung und Kleidung, unterhalten ein offenes Haus für die Menschen. Vor allem aber bauen sie kleine Häuser. „Das ist für die, die einziehen dürfen eine echte Chance“, weiß Großmutter Inge. Die 76-Jährige besuchte die Enkelin im November vergangenen Jahres für ein paar Wochen. „Ich war erschüttert über die Armut, die dort teilweise herrscht“, sagt die 76-Jährige. Aber auch beeindruckt vom Engagement der Ordensschwestern. Besonders angetan hat es den beiden der Hausbau. „Schwester Ludwigis ist eine echte Bauleiterin“, sagt Inge Moenikes. Sie kenne die Preise des Baumaterials und achte peinlich darauf, dass die Maurer keinen Pfusch machen. Seit 56 Jahren wirke die 86 Jahre alte Nonne in dem Ort. „Die Frau ist wirklich erstaunlich.“
Enkelin Lisette vermisst die Lockerheit der Menschen. „Hier ist alles durchreguliert. Dort geht man die Dinge viel entspannter an“, sagt die angehende Studentin. In ihrer Freizeit habe sie viel Sport gemacht oder sich mit Einheimischen getroffen.
Jetzt gehen Oma und Enkelin ihr zweites Haus an und sammeln Spenden.
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