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Katharinen Hof

Oben Baulärm, unten Hotelruhe

17.08.2010 | 15:22 Uhr
Oben Baulärm, unten Hotelruhe

Unna.Man mag es sich kaum vorstellen. „Hier richten wir im Dezember eine Silberhochzeit aus, die ist schon fest gebucht“, sagt Marc Lobert und zeigt auf einen Raum, der zurzeit nicht einmal als Garage durchgehen würde.

Seit Mai bestimmen Beton und Baukräne das Bild in Unnas größtem Hotel. Drei Millionen Euro nimmt die Hoteliersfamilie Riepe in die Hand, um das Ringhotel Katharinen Hof von 70 auf 99 Zimmer aufzustocken. Zwei Wellness-Suiten wird das Hotel ab Februar kommenden Jahres haben. Ab November rechnet Lobert bereits fest mit den zwei neuen Bankett-Sälen. Für die baut er eigens die Räume des ehemaligen Fitness-Studios um. Picasso und Kandinsky werden die neuen Veranstaltungsräume heißen.

Ein Hotel im laufenden Betrieb zu renovieren, ist ein schwieriges Unterfangen. Die vorhandenen Gäste dürfen nicht gestört werden. Durch Baulärm will niemand gerne geweckt werden. Die Baufirma hat das ganz gut im Griff. „Gästebeschwerden gibt es fast überhaupt nicht“, sagt Lobert. Natürlich bucht er seine Gäste nicht gerade in ein Zimmer, wo nebenan der Bohrhammer kreist.

Das Hotel verändert sein Gesicht. Zum alten Busbahnhof hin baut Familie Riepe einen neuen Komplex, der mit dem Hotel verbunden wird. 20 Zimmer entstehen in dem vierstöckigen Anbau. Das bisherige Hotel hat drei Etagen und wird um eine vierte aufgestockt. Dort gibt es noch einmal neun neue Zimmer.

Die Toilette ist
längst nicht mehr pfui

Es riecht nach Beton und feuchten Wänden. Das Wetter der vergangenen Tage macht dem Bau zu schaffen, sorgt aber für keine Verzögerungen. Lobert hat die Anzugshose hochgezogen und umschifft staksig die Pfützen, die sich in den noch nackten Zimmern befinden. Noch erinnert nichts an Wellness oder Übernachtungsluxus. Eines sieht man aber auch schon im Rohbau: Die neuen Zimmer werden größer und offener. Die Toilette ist längst nicht mehr pfui, sondern hui. „Früher musste die Toilette in einem separatem Raum sein“, sagt Lobert. Heutzutage möchten die Gäste auch von der Badewanne aus Fernsehen gucken können. In den neuen Zimmern wird das möglich sein.

Weil wegen der Umbauarbeiten die Fluchttreppe außer Betrieb ist, steht seitdem im Katharinen Hof ein Zimmer ständig offen. Es muss als Ersatz-Notausgang herhalten.

Verändert wird im Hotel auch der Eingangsbereich. Dort ziehen die Handwerker derzeit einen weiteren Fahrstuhl hoch.

Überraschungen gab es natürlich auch schon auf der Baustelle. Wo die Planer ein einfaches Flachdach mit Kiessteinen vermuteten, gab es zwar die Kiessteine, allerdings auch eine dicke Estrichdecke. Zwei Minibagger mussten aufs Dach gehoben werden, um den Estrich abzuhauen.

Nicht nur die 29 neuen Zimmer, auch die 70 „alten“ werden modernisiert, etwa mit Flachbildschirmen. Die 70 vorhandenen Röhrenfernseher aus den Zimmern verteilt Lobert im Rahmen einer Spendenaktion.

Lars Reckermann

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