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Mieter gesucht – bitte Familie mit Kind

17.01.2012 | 18:24 Uhr
Mieter gesucht – bitte Familie mit Kind
Mehrgenerationenhaus in der Effertzstraße in Unna Königsborn

Unna.Drei Zimmer, 65 Quadratmeter, Küche, Bad, Mietkosten warm etwa 470 Euro. Fußbodenheizung, große Fenster, behindertengerecht, ab dem 1. April 2012. Auf keinen Fall an ein solventes, altes Ehepaar zu vermieten.

Eine solche Anzeige liest man nur selten in der Zeitung. Aber während die meisten Vermieter nach möglichst älteren, zahlungsfähigen Mietern suchen, bekommt in Königsborn nur eine Familie mit Kind den Zuschlag. Denn im Mehrgenerationenhaus fehlt es an der wichtigsten aller Generationen, den unter Zehnjährigen.

Melissa (8), Marina (6) und Stana (2) wohnen schon seit zwei Jahren hier. Die drei Schwestern sind mit ihrer Altersgruppe noch in der Minderheit – suchen aber dringend neue Spielkameraden, die mit ihnen im Hof des Mehrgenerationenhauses toben. Nebenan wohnt Peter Beuche (64), dessen Gattin ihn 2009 zum Einzug bewegte. Die neue Wohnform weiß er inzwischen zu schätzen: „Man ist einfach nicht allein, und auch mal unter jungen Leuten.“

Jedoch wird das Mehrgenerationenhaus von Senioren, die sich um eine Wohnung bewerben, oft mit einem Projekt nach dem Motto „betreutes Wohnen“ verwechselt. Dabei ist genau das nicht im Sinne der Erfinder.

„Die gemeinsame Zeit steht hier ganz klar unter dem Motto, dass alles mitgemacht werden kann, aber nichts muss“, erklärt Petra Stockhecke. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ilona Liebner kümmert sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Mehrgenerationenhauses. Deswegen fällt es auch in den Aufgabenbereich der beiden Frauen, einen neuen Mieter zu finden.

„Es sind 21 Parteien, die hier wohnen. Wir hätten gerne von jeder Generation ein Drittel. Senioren, Mittelalte und Kinder müssen sich die Waage halten – schließlich sind wir kein Altersheim“, betont Ilona Liebner. Jedoch gestaltet sich die Suche nach einer jungen Familie anscheinend schwierig.

„Viele haben vielleicht Angst, dass sie hier alte Leute pflegen müssen. Das ist aber ganz falsch. Wenn meine Nachbarin krank ist, dann bringe ich natürlich eine Suppe vorbei, wenn ich will. Aber niemand soll sich verpflichtet fühlen.“

Für eine Familie oder Alleinerziehende mit Kind ist die Wohnung dabei perfekt. Braucht man einmal einen Babysitter oder jemanden, der beim Einkauf hilft, kann man sich im Mehrgenerationenhaus stets sicher sein, dass auf ein Klingeln beim Nachbarn Hilfe folgt.

Es sind die kleinen, alltäglichen Dinge, bei denen die Bewohner füreinander da sind und die ihre Nachbarschaft besonders machen. Bei einem monatlichen Brunch aller Bewohner im gemeinsamen Aufenthaltsraum berät man sich über Feste, die veranstaltet werden sollen – und auch einmal über den Putzplan für den nächsten Monat.

Wenn im April eine der Wohnungen frei wird, sollen die Nachmieter am besten direkt einziehen. Denn die Kinder im Mehrgenerationenhaus freuen sich bereits über Verstärkung.

Bei Interesse an der Wohnung stehen Ilona Liebner ( 02303-590 933) oder Petra Stockhecke ( 02303- 230 01 30, ab 17.30 Uhr) für Fragen zur Verfügung.

Anna Mayr

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