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Serie: Kandidaten-Taxi

Martin Bick: Sportlich in den Schuldenabbau

11.08.2009 | 17:29 Uhr
Martin Bick: Sportlich in den Schuldenabbau

Von allen sechs Bürgermeisterkandidaten dürfte FDP-Mann Martin Bick zusammen mit Dauerläufer Wilhelm Sommer vielleicht der sportlichste sein. Regelmäßig schwimmt der 43-Jährige noch Wettkämpfe für die Schwimmfreunde Unna. „In der Masterklasse”, wie er sagt.

Masterklasse - beim Fußball sind das die Alten Herren. Sei's drum. Der Sport halte ihn fit, schlank und sei der optimale Ausgleich für das zuweilen ziemlich anstrengende Geschäft der Kommunalpolitik.

Erstes Ziel: Bick sucht sich das Pestalozzi Gymnnasium aus, Bildung liegt ihm am Herzen. Foto: Darl Dittrich

Wir luden den Familienvater zu unserer Taxifahrt für die Bürgermeisterkandidaten ein. Das erste Ziel darf sich Bick aussuchen. Die Tour dauert nicht lange. Am Pestalozzi-Gymnasium stoppt Gilbert Vogt seine Droschke. „Wir hätten auch zu jeder anderen Schule in der Stadt fahren können. Sie stehen alle für die Bildungspolitik in Unna, aber das PGU liegt ja auch im meinem Wahlkreis.” Bildungspolitik sei für ihn und seine Partei moderne Wirtschaftspolitik. „Unser Focus wird in der kommenden Wahlperiode ganz klar auf der Förderung der Bildung in Schulen und Kitas liegen.”

Defekte Unit21-Laptops reparieren

Dort fange Bildung an, müssten Kinder und Familien abgeholt werden, sagt der gelernte Immobilienkaufmann. Frühzeitige Bildung für alle. „Und nicht nur für die, die Geld haben.” Die Investitionen durch das Konjunkturpaket II in den Unnaer Schulen seien richtig und wichtig. Nur: „Wir müssen auch in die Köpfe und nicht nur in Steine investieren.” Es könne nicht sein, dass Unit-21-Laptops defekt in den Schulen herumstünden, nur weil sie niemand repariert oder kein Geld da sei.

"Nicht die letzte Firma, die Arbeitsplätze abbaut"

Zweites Ziel: Die Firma APV Rosista kündigte an, Arbeitsplätze streichen zu wollen. Bick im gespräch mit redakteur Jens Schopp. Foto: Karl Dittrich

Wir steigen wieder zu Gilbert Vogt ins Taxi. Diesmal hat unsere Redaktion das Ziel festgelegt: die Firma APV Rosista an der Königsborner Zechenstraße. Das Unternehmen will in der Wirtschaftskrise 60 von 200 Arbeitsplätzen streichen, ohne dass vorher Kurzarbeit gefahren wurde. Die FDP hält sich Wirtschaftskompetenz zu Gute. „Es wird nicht die letzte Firma in Unna sein, die in der Krise Arbeitsplätze abbauen wird, so schlimm das für die Betroffenen auch ist.”

Steuerprognosen nicht haltbar

Damit einher gingen selbstverständlich auch ein dramatischer Rückgang der Gewerbe- und den Anteilen an der Einkommenssteuer, wie ihn Kämmerer Karl-Gustav Mölle vor wenigen Wochen angekündigt hatte. „Das haben wir ihm schon vor zwei Jahren gesagt, dass seine Steuerprognosen nicht haltbar sind.” Mölle sei da noch von steigenden Einnahmen ausgegangen. Und das macht Martin Bick dem Kämmerer und Bürgermeister Werner Kolter zum Vorwurf. In Zeiten von Gewerbesteuer-Einnahmen in Rekordhöhe habe es die Stadt versäumt, am Abbau ihrer Altschulden zu arbeiten. „Auch das wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit im nächsten Rat sein”, kündigt der Bürgermeisterkandidat und FDP-Stadtverbandsvorsitzende an. Und natürlich werden die Transferleistungen bei Hartz-IV bei steigender Arbeitslosigkeit anziehen. „Wir haben einen Abschwung proprophezeit, aber dass die Krise so hart zuschlägt, konnte natürlich keiner ahnen.”

Das komische Gefühl, sich an jeder Ecke zu sehen

Wir fahren zurück zu Familie Bicks gemietetem Haus im Südosten der Innenstadt. Vorbei geht's an Wahlplakaten, auf denen sich der Kandidat selbst anschaut. „Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man sich an etlichen Ecken selbst begegnet.” Sein Credo für das Amt des Bürgermeisters: „Ein Bürgermeister ist für die Bürger da und muss nicht zwingend ein Verwaltungsfachmann sein.” Im Rathaus könnten noch einige Dienstleistungen für die Bürger verbessert werden. „Und ein wenig Verschlankung, um Personalkosten zu sparen, ist sicher auch noch dran”, sagt Martin Bick.

Mehr zum Thema: Kandidaten-Taxi

Die WR stellt Unnas Bürgermeisterkandidaten auf einer Taxi-Fahrt vor. Dabei gibt es nur zwei Regeln: Das erste Ziel bestimmt der Kandidat, das zweite die Redaktion. Lesen Sie auch

Jens Schopp

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