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Eröffnungsbilanz

Kreis hat Wert von 365 Mio. Euro

14.04.2010 | 21:02 Uhr

Kreis Unna. Eröffnungsbilanz mit Überraschung, über die Kreiskämmerer Rainer Stratmann vorab die Fraktionen informierte: Statt 3,5 Millionen Miesen weisen seine Bücher nach dem Neuen Kommunalen Finanzsystem (NKF) jetzt ein leichtes Plus auf.

Und der genaue Wert des Kreises ist bilanztechnisch nun auch ermittelt: 365,8 Millionen Euro.

Das hauchdünne Bilanzplus von 100 000 Euro Eigenkapital habe den finanziell havarierten Kreis aus der Haushaltssicherung gedrückt „und lässt uns Atem holen”, meinte Rainer Stratmann. An den Sparbestrebungen der Finanzstrukturkommission werde sich aber nichts ändern. Stratmann: „Wir müssen uns weiter konsolidieren und Kosten senken, um Zukunft im Kreis gestalten zu können.”

Zurück zur Eröffnungsbilanz: Die Finanzexperten des Kreises hatten eine 100-Seiten-Präsentation vorbereitet, die den Mitgliedern von Finanz- sowie Rechnungsprüfungsausschuss am Mittwochnachmittag vorgetragen wurden. Nicht uninteressant, kennen die Zuhörer so doch jetzt beispielsweise den Wert des Hansa Berufskollegs (12,85 Millionen Euro), von Haus Opherdicke (3,83 Millionen) oder den des Tagungsortes, dem Kreishaus, selbst (26,35 Millionen).

Ein Mammutprojekt, was Finanzbuchhaltung, Geschäftsbuchhaltung und Rechnungsprüfung da seit mehr als drei Jahren nach Auswertung von wahren Aktenbergen gestemmt haben. Jeder buchhalterisch relevante Posten musste erfasst, bewertet und ins neue System eingepflegt werden. Seien es die EDV-Software Lizenzen (0,6 Mio.); der Anlagen-, Maschinen- und Fahrzeugpark (1,92 Mio.); die 38 Brücken an den Kreisstraßen (9 Mio.) oder die 200 Kilometer Kreisstraßen samt 80 Kilometern Radwege. Letztere schlagen mit 66,63 Millionen Euro zu Buche. Wer's noch genauer wissen wollte, bitteschön: Ein Quadratmeter Kreisstraße ist 94,30 Euro wert, das gleichgroße Stück Radweg 55,30 Euro.

Im Rahmen des Rechenkunstwerkes durfte freilich auch die gemalte Kunst sowie weitere Kunstgegenstände nicht fehlen. Genau 98 Gemälde hat der Kreis im Besitz (Großteil Depot Schloss Cappenberg). Offenbar darunter keine großen (oder noch unentdeckte) Meister, beläuft sich hier der Gesamtposten doch auf „nur” 0,355 Millionen. Andere Finanzanlagen wurden auch bewertet wie Unternehmensanteile oder Wertpapiere, die eine Summe von 61,45 Millionen ausmachen.

Das ermittelte Gesamtpaket wurde dann vom Gemeindeprüfungsamt überprüft, das durchaus einige Ergebnisse bemängelte und nach unten oder nach oben korrigierte.

Beispiele dazu: Der vergessene Aufwuchs auf den kreiseigenen Waldflächen brachte so Entlastung von 0,8 Millionen; der nicht beachtete Erbzins bei den Erbpachtbeträgen Belastung von 0,2 Millionen.

Marcus Esser

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