Krankenhaus kauft aufgegebene Arztpraxen
12.02.2010 | 19:18 Uhr 2010-02-12T19:18:00+0100
Unna. Die Gesundheitsversorgung auf dem Lande bröckelt. Das evangelische Krankenhaus in Unna hat das Problem des Praxensterbens geschickt genutzt: Die Klinik hat vier aufgegebene Arztpraxen gekauft und damit ihr neues medizinisches Versorgungszentrum in Unna-Billmerich aufgebaut.
Das evangelische Krankenhaus auf Einkaufstour: Seit dem vergangenen Jahr hat die Gesundheitseinrichtung vier aufgegebene Arztpraxen in Unna gekauft und damit das neue medizinische Versorgungszentrum der Klinik bestückt. Und so ganz nebenbei hat das Krankenhaus auch noch die ärztliche Versorgung in Billmerich gerettet.
Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende, ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte als Vertragsärzte oder als Angestellte tätig sind. „Wir sind bisher das einzige Krankenhaus in Unna, das ein medizinisches Versorgungszentrum gegründet hat”, sagt Dr. Dietmar Herberhold, Stiftungsrats-Vorsitzender des evangelischen Krankenhauses.
Mindestens zwei Praxen für Zentrumsgründung
Als erstes übernahm das Krankenhaus die Praxis der Chirurgen beziehungsweise Unfallchirurgen Jörg Leithe und Heiner Jünemann. Die Fachrichtungen sind jetzt im neuen Ärztehaus des evangelischen Krankenhauses untergebracht. Als vor etwas mehr als einem Jahr die Allgemeinmedizinerin Dr. Anke Heisterkamp in Billmerich ihre Praxis aufgab, sprang auch dort das Unnaer Krankenhaus ein. Nun kuriert Susanne Gertenbach als angestellte Ärztin des evangelischen Krankenhauses die Dörfler.
„Um ein medizinisches Versorgungszentrum gründen zu können, müssen zwei Praxen unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengeführt werden”, so Herberhold. Weil Susanne Gertenbach in Billmerich ein Satellit des Versorgungszentrums ist, kaufte Herberhold eine vierte Praxis, um die Voraussetzung zur Gründung eines medizinischen Versogungszentrums (verschiedene Fachrichtungen unter einem Dach im Ärztehaus) zu erfüllen.
Versorgung auf dem Dorf sichergestellt
Die Klinik erwarb die Praxis von Pathologin Dr. Renate Weskamp. „Jetzt haben wir vier chirurgische Fachrichtungen unter einem Dach”, so Herberhold. Zwei seien im Besitz des evangelischen Krankenhauses. Ärzte der beiden übrigen Fachrichtungen haben sich im Ärztehaus der Klinik eingemietet. Und das mit Susanne Gertenbach die ärztliche Versorgung in Billmerich gewährleistet bleibe, sei ein gewollter Nebeneffekt, so Herberhold. Die Vorteile eines Versorgungszentrums sind für Herberhold beispielsweise, dass vorhandene Ressourcen des Krankenhauses genutzt werden können. „Und den Patienten erspart es Doppeluntersuchungen.”
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