Klarinette zum Start der Meisterkonzerte
04.10.2011 | 21:44 Uhr 2011-10-04T21:44:00+0200
Unna. Mit einer interessanten kammermusikalischen Besetzung, nämlich Klarinette, Sopran und Klavier, eröffnet der Musikverein Unna die neue Meisterkonzertsaison am Sonntag, 9. Oktober (Stadthalle, 18 Uhr). Wie in den geselligen Konzerten zur Zeit der Romantik, etwa wenn Franz Schubert in so genannten „Schubertiaden“ mit seinen Freunden musizierte, wird auf der Bühne eine Art Wettstreit zwischen Klarinette und menschlicher Stimme ausgetragen – in einem vielgestaltigen Programm mit romantischen Werken von Schubert bis Brahms.
„Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?“
Nach Ralph Manno und Daniel Bollinger in der vergangenen Saison tritt nun zum dritten Mal in kurzer Zeit ein renommierter Klarinettist in den Unnaer Meisterkonzerten auf: Kilian Herold, Soloklarinettist der berühmten Bremer Kammerphilharmonie, die mit ihren Interpretationen der neun Beethoven-Symphonien für weltweites Aufsehen sorgte. Den Part am Klavier übernimmt Schubert-Preisträger Amir Katz, in Unna bestens bekannt und ein jederzeit gern gesehener Gast. Zum Wettstreit mit der Klarinette, wer wohl am schönsten sänge, tritt als Dritte im Bunde die Berliner Sopranistin Johanna Winkel an, die, begleitet von Amir Katz, zwei Liedgruppen von Franz Schubert darbieten wird: zum einen vier Lieder, die Mignon in den Mund gelegt sind, jener rätselhaften Mädchengestalt aus Goethes Roman Wilhelm Meister (u.a. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“), und zum anderen „Der Hirt auf dem Felsen“. Diese melodienselige Kantate ist eines der letzten Werke Schuberts, und hier kommt es in der Triobesetzung auch zum direkten Sängerwettstreit zwischen Klarinette und Singstimme.
Ansonsten wirkt die Klarinette noch in drei Duowerken von Johannes Brahms und dessen Freunden Felix Draeseke (1835-1913) und Carl Reinecke (1824-1910) mit. Brahms’ späte Klarinettensonate in f-moll op. 120,1 ist dabei das gewichtige Hauptwerk des Abends. Katz und Herold haben diese Sonate kürzlich auf CD eingespielt. Und damit knüpft die neue Saison also dort an, wo die alte im März mit Brahms’ Klarinettentrio op. 114 endete. Herrliche Melodien und virtuose Kabinettstückchen, Bekanntes und neu zu Entdeckendes, kompositorischer Ernst und charmante Melancholie – bei dieser Mischung dürfte jeder Hörer voll auf seine Kosten kommen.
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