Kinder hämmern in der Trauerhalle
19.02.2008 | 16:06 Uhr 2008-02-19T16:06:00+0100Aus der Trauerhalle des Südfriedhofs schallten gestern Hammerschläge und Geschrei. Die Ruhestörung war aber erwünscht. Mit Ina Semleit von der Friedhofsverwaltung bastelten die Kinder der Hellweg-Kinderstätte Nistkästen für Meisen.
Dazu lernten die Kinder natürlich erst einmal warum Vögel im Winter ein Haus brauchen und was es auf dem Friedhof für Tiere gibt. „Ameisen, Vögel, Eichhörnchen”, wussten die Kinder aufzuzählen. Ina Semleit horchte nach: „Und was fliegt hier am Teich im Sommer herum?” Für einen der Knirpse war das sonnenklar : „Sardellen”. Auch wenn das Tier Libelle den Kindern nicht im Gedächtnis geblieben war, Spaß machte das Bauen der Nistkästen allemal. „Vogelhäuser sind für Vögel zum Schlafen da und damit die ihre Küken beschützen können”, erklärt die sechsjährige Julia stolz. Demnächst werden die Kästen dann im Kindergarten angemalt. Dass die Kästen auf dem Friedhof gebaut wurden, war für die Kinder nicht komisch, weiß Ina Semleit: „Wir haben hier schon einen Rundgang gemacht. Da haben wir erlebt, dass die Kinder schon wissen, was Tod ist. Ein Mädchen sagte etwa: „Mein Opa ist auch tot, der hat zuviel geraucht.”
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