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Bluttat in Schwalmtal

Kein Zeichen von Reue

19.02.2010 | 17:08 Uhr

Unna. „Wir haben uns in ihm getäuscht.” - Das wissen die Nachbarn von Hans P. an der Vaersthausener Straße nicht erst seit gestern, als der 72-Jährige erstmals öffentlich gestand:

„Für mich war das richtig. Die mussten weg und Feierabend.” „Schon direkt nach der Tat habe ich so viel Negatives über ihn gehört, dass ich es gar nicht fassen konnte”, so ein Nachbar in Unna, der den gelernten Schreiner zuvor in anderthalb Jahrzehnten als stets freundlichen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt hatte. Genannt werden will er nicht, wie auch der Mann von nebenan, der beobachtet haben will, dass Hans P. schon vor seinem Amoklauf Schießübungen im eigenen Garten gemacht haben soll. Mehrere Waffen soll Hans P. gehabt haben, nicht nur jene 9-mm-Astra, mit der er in Schwalmtal auf vier Menschen geschossen hat. Jene spanische Taschenpistole aus der Waffenschmiede in Guernica, die bis 1947 der Wehrmacht als Dienstpistole diente. Hans P. soll sie aus seiner Heimat, dem westpreußischen Flatow, mitgebracht haben, wo er 1937 zur Welt kam. Am 18. August mussten drei Menschen im Kugelhagel von Schwalmtal sterben, einer wurde lebensgefährlich verletzt. Auf den Tag genau sechs Monate später steht der Amokschütze aus Unna vor dem Schwurgericht in Mönchengladbach und zeigt keine Reue: „Die sind ja selber Schuld gewesen.” Die Staatsanwaltschaft sah in dem 72-Jährigen aus Unna schon immer einen „kaltblütigen und hinterhältigen” Mann, der seine Opfer nahezu hingerichtet haben soll. Weshalb sie nicht nur eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für den Rentner fordert, sondern auch eine anschließende Sicherheitsverwahrung.

Rainer Spindler

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