Jugendcafé kommt bei der Jugend nicht an
10.02.2012 | 18:17 Uhr 2012-02-10T18:17:00+0100
Unna.Das Fazit der städtischen Jugendexperten bezüglich des Jugendcafés „Crossover“ war deutlich. Der Treffpunkt wird nicht angenommen. Alleine aus Kostengründen sollte die Einrichtung schnellstmöglich geschlossen werden. SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann nahm diese Einschätzung vor zwei Wochen während einer Fraktionssitzung zur Kenntnis und beendete die Ausführungen mit dem Hinweis: „Und das Café bleibt geöffnet.“
Jugendcafé – Produkt ohne Nachfrage
Über eine Stunde lang erläuterte Hartmut Grimm vom Kinder- und Jugendbüro, warum das Café nicht funktioniert. Es reiche nicht, einen Kicker aufzustellen und eine Spielkonsole anzuschließen, Jugendarbeit habe sich verändert, extrem sogar.
Außerdem gebe es unter den Jugendlichen in der Innenstadt keine so enge Identifizierung mit dem „Viertel Innenstadt“, wie etwa bei den Jugendlichen in Königsborn (Jugendzentrum Taubenschlag und Die Brücke). Irgendwann griff sogar Stadtkämmerer Karl-Gustav Mölle ein und fragte seine Parteifreunde, wie oft man denn ein Produkt am Markt platzieren wollte, das nachweislich keinerlei Nachfrage hervorruft.
Doch die SPD hält unbeirrt am Jugendcafé fest. Dass dies damit zusammenhängt, dass der Trägerverein des Cafés das SPD-nahe „Falken Bildungs- und Freizeitwerk Unna e.V.“ ist, wird immer wieder dementiert.
Das Jugendcafé versucht seit zwei Jahren vergeblich, Jugendliche an die Einrichtung zu binden. Der von einem Gutachter geforderte Neustart floppte, weil ausgerechnet die beiden Neuerungen (kontrollierter Alkoholausschank und Live-Konzerte) per Mietvertrag verboten sind. Laut Vertrag ist der Jugendtreff zudem verpflichtet, ständig eine pädagogisch ausgebildete Fachkraft vorzuhalten. Seit Dezember 2010 ist das aber nicht der Fall, weil die Kraft in Schwangerschaftsurlaub ging.
Am Montag soll nun noch einmal ein neues Konzept diskutiert werden, kommenden Dienstag kommt der Jugendhilfeausschuss zusammen, um über die Zukunft des Cafés zu diskutieren. FDP/FWG haben bereits das Aus gefordert, wenn es kein schlüssiges Konzept gibt. Und auch bei der CDU dürfte dann die Geduld zu Ende sein. SPD und GAL wollen indes das Café näher an das Kinder- und Jugendbüro binden und am Treffpunkt weiter festhalten.
11:56
Das Kinder- und Jugendcafé der Falken wurde schon am alten Standort am Bornekamp nicht angenommen! Mehr als 3 Kinder und Jugendliche wurden schon damals nicht zeitgleich gesehen...
Es wäre nur vernünftig, die Einrichting zu schließen, zumal der Mietvertrag weitere Möglichkeiten, die den Treffpunkt interessanter machen könnten, nicht hergibt.
Zudem ist die Haushaltslage bei der der Stadt Unna seit Jahren angespannt. Hier sollte vielleicht die Vernunft und nicht das Parteibuch über die Zukunft einer Totgeburt entscheiden.
Oh, da scheint keiner Ahnung zu haben. Das damalige Jugendcafé "Kikuz" wurde sehr wohl sehr gut angenommen. Die Probleme begannen, als den Falken die damalige pädagogische Kraft unangenehm wurde und sie diese gegen eine neue, falkennahe kraft ausgetauscht haben. Die hat dann den Karren an die Wand gefahren und irgendwann kam der Umzug und damit war alles vorbei. was ist das für ein Jugendzentrum, in dem es keine Konzerte gibt?