Interner Zwist im Beirat FahrRad
22.02.2012 | 22:13 Uhr 2012-02-22T22:13:00+0100
Unna.Die aktuelle Kritik am politischen Fachgremium für die Interessen der Radler in der Stadt, dem Beirat FahrRad, nimmt dessen Vorsitzende Ingrid Kroll (SPD) offenbar persönlich. Sie wies in der Zusammenkunft des Beirates am Mittwochabend energisch die durchaus provokanten Worte von Fahrradclub-Mitglied (ADFC) Hermann Strahl zurück, das Gremium fordere zu wenig von der Stadt im Sinne der Radler ein.
Das Radwegenetz in der Stadt sei kein Flickenteppich und das Gremium kein Kaffeekränzchen. „Ich lasse es nicht zu, dass der Beirat runtergemacht wird“, so Kroll. Kritik ihrer ordentlichen Beirats-Mitglieder war von der Vorsitzenden aber offenbar auch nicht gewollt. So fuhr Ingrid Kroll dem sachkundigen Bürger Dominik Mickler derbe ins Wort „gleich“, als dieser die Strahlsche Kritik weiter aufgreifen wollte.
Denn die teilt Mickler offenbar, da er gegenüber seiner Vorsitzenden beantragte, kurzfristig die Dringlichkeitssitzung einer Arbeitsgruppe anzusetzen, um Konkret über Maßnahmen nachzudenken, die von der Stadt eingefordert werden sollten. „Denn ich habe das Gefühl, wir kommen hier dazu im Gremium nicht weiter und das geht so nicht.“
Ein Gefühl, mit dem er trotz unwirscher Vorsitzender offenbar nicht alleine dasteht. Denn auch GALier Werner Wülfing sieht akuten Handlungsbedarf für eine Dringlichkeitssitzung, damit künftige Radprojekte noch im jetzt zu beschließenden Haushalt Berücksichtigung finden können. „Wir müssen die Bedarfe jetzt anmelden, damit der Etat noch entsprechend geformt werden kann“, so Wülfing und am Ende nicht nur „Brosamen“ für die Radler übrig bleibe. Die aktuelle Prioritätenliste, die momentan abgearbeitet werde, gelte bis 2013, „danach fehlt etwas bis 2015“. Er behaupte, so Wülfing weiter, „Unna tut viel zu wenig für die dringende Frage, die Mobilität in der Stadt zu verändern“.
Auch das beratende Mitglied Dr. Michael Richter vom ADFC teilte den für ihn ersichtlichen Wunsch, „dass sich mehr im Sinne der Radfahrerfreundlichkeit der Stadt Unna bewegt, als es der Fall ist“. Und Angesichts des Gegenwindes lenkte letztlich auch die Beirat-Vorsitzende Ingrid Kroll ein, „das tun wir doch alle“.
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