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Hommage an skandalöse Poeten

10.02.2012 | 19:12 Uhr
Hommage an skandalöse Poeten
The Devil is an Englishman heißt eine Produktion des Theater Narrenschiff in Unna im Februar 2012, die Genie und Eros aus den Werken der drei englischen Literaten Wilde, Byron und Wilmot herausarbeitet. Jennifer Angersbach und Marina Lünemann sowie Nils Jacobi (nicht im Bild) spielen in der szenischen Lesung der deutschen Übersetzung. Foto: Theater Narrenschiff

Unna.Drei Schauspieler/innen, drei Poeten von der Insel. Zusammen ergibt das im Theater Narrenschiff eine szenische Lesung namens „The Devil Is An Englishman“ (Der Teufel ist Engländer). Zu sehen am 19. Februar ab 18 Uhr im Narrenschiff-Theatersaal des Kulturzentrums.

Jennifer Angersbach, Marina Lünemann und Nils Jacobi geben den Versen und Vorlagen Gesicht und Stimme. Die Vorlagen stammen von den Klassikern Oscar Wilde (1854-1900), George Gordon Byron(1788-1824) und John Wilmot (1647-1680).

Das Narrenschiff hat sich mit den Schriftstellern aus England und Irland Literaten ausgesucht, die ihre allgemeine Anerkennung nicht mehr erlebten.

Für die Gesellschaft ihrer Jahrhunderte waren sie viel zu fortschrittlich, vermeintlich gefährlich und sittlich gegen alle Normen. Das Narrenschiff begründet die Auswahl des Trios so: „Niemand sonst wagte es, der Gesellschaft den Spiegel so unbarmherzig vorzuhalten wie diese drei. Niemand sonst wagte es, derart schöne und zugleich terrible Literatur zu schreiben.“

Byron, Wilde und Wilmot haben bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Zu Lebzeiten aber wirkten sie auf die Mehrheit der Mitmenschen abstoßend, ihr Lebensstil war skandalös, behandelt wurden sie wie Aussätzige oder Verbrecher.

Die Gesellschaft ihrer Zeit reagierte mit allen Mitteln, auch Gewalt, gegen Menschen, die es mit der Religion, Sexualität und Sitte nicht so genau nahmen.

Lord Byron musste dem Kerker und Strick entfliehen, Oscar Wilde starb völlig verarmt. Was ihnen blieb, war die Leidenschaft fürs Schreiben. Selbst dann noch, als der frühe Ruhm verblasst war und sie sich mit ihren erotischen Eskapaden und Schriftstücken fast um Kopf und Kragen schrieben.

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