Hilfe für den Freund und Helfer
14.09.2010 | 18:12 Uhr 2010-09-14T18:12:00+0200
Unna.Landrat Michael Makiolla kann nun nicht mehr behaupten, die Unzufriedenheit unter den Polizeibeamten sei lediglich eine Fehde zwischen zwei Kollegen. Die größte Polizeigewerkschaft im Kreis, die GdP (Gewerkschaft der Polizei), bat Makiolla gestern zum Krisengespräch.
Polizeihauptkommissar Klaus Püngel (51) ist Vorsitzender der GdP-Gruppe Unna. In einem Brief an die Kollegen schreibt er selbst von einer „mehr als angespannten Situation in den Dienststellen der Kreispolizeibehörde Unna“ und der „damit verbundenen hohen Unzufriedenheit der Mitarbeiterschaft“.
Die Kritikliste
ist sehr lang
Personalmangel, Überalterung, Aufgabenzuwachs, höhere Ansprüche an die tägliche Arbeit, hoher Schulungsbedarf der Kollegen, das Verhalten mancher Vorgesetzten, hoher Krankenstand... – die Kritik-Liste von Püngel, der immerhin 350 Gewerkschaftsmitglieder im Kreis Unna vertritt, ist lang.
Deshalb bat der Vorstand der GdP auch den obersten Dienstherrn der Kreispolizeibehörde, Landrat Makiolla, um ein klärendes Gespräch.
Mehr als eine Stunde lang trug Püngel, der unter anderem von seinem GdP-Stellvertreter Wilhelm Kleimann (Personalratsvorsitzender) sowie den Vorstandsmitgliedern Jörg Deubner und Rolf Lewander begleitet wurde, die Sorgen der Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde vor. „Es war ein sehr gutes Gespräch“, fasst Püngel zusammen.
Gespräche eingefordert
Unter anderem pochten die GdP-Vertreter darauf, dass die wichtigen Mitarbeitergespräche nun auch wirklich durchgeführt werden. Eigentlich sollten die jeweiligen Vorgesetzten (Kommissariatsleiter, Hauptwachenleiter, Dienstgruppenleiter) regelmäßig mit den Kollegen über Sorgen und Nöte sprechen. „Diese Gespräche haben wir nun eingefordert“, sagt Püngel. Auch wie die Arbeit besser und gerechter verteilt werden kann, sei dabei Thema gewesen.
„Wir Polizisten müssen wieder deutlich machen, dass wir für die Bürger da sind, dass wir alle an einem Strang ziehen“, sagt Püngel.
Über die exakten Details des Gespräches will Püngel erst einmal seine Kollegen unterrichten. „In der Öffentlichkeit wurde genug diskutiert.“
Seit Wochen ist die Kreispolizeibehörde wegen eines schlechten Betriebsklimas und der allgemeinen Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern in den Schlagzeilen. Wegen der Arbeitsüberlastung könnten viele Ermittlungen nicht ordentlich bearbeitet werden. In der Kreispolizeibehörde Unna gab es etwa 2008 einen Krankenstand, der so hoch war, wie beim gesamten Landeskriminalamt.
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