Hausärzte auf der Roten Liste
20.06.2007 | 09:14 Uhr 2007-06-20T09:14:07+0200Unna. Jeder zweite Unnaer wird seine Alterswehwechen nicht mit seinem Hausarzt teilen können. Schlimmer noch: Bewahrheiten sich die Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe, müssen viele Bürger weite Wege in Kauf nehmen, um zum Doktor zu
"In zehn Jahren hat auch Unna ein Versorgungsproblem mit Ärzten", prognostiziert Andreas Daniel, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Jeder zweite der 35 in Unna niedergelassenen Hausärzte ist über 50 Jahre, 14 Prozent sogar über 60 Jahre. Mit 68 Jahren dürfen die Allgemeinmediziner keine Kassenpatienten mehr betreuen. Auch zwei von Unnas drei Kinderärzten stehen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung "kurz" vor der Rente (Stand: 1. Juli 2006).
Noch habe Unna eine Überversorgung mit Ärzten, sagt Daniel. Das werde aber nicht mehr lange so bleiben. "Es wird immer schwieriger, Nachfolger zu finden", weiß Daniel. Dass es derzeit noch in fast jedem Stadtteil die medizinische Grundversorgung gibt, sei schon fast ein Phänomen in der Region Westfalen-Lippe. "Das bleibt nicht ewig so."
Es fehlt schlicht und einfach der Nachwuchs. Die Allgemeinmediziner sterben quasi aus - zumindest in Deutschland. Das Risiko, durch eine der Berliner Gesundheitsreformen eine wirtschfatliche Bauchlandung hinzulegen, ist so groß wie noch nie. "Es gibt immer neue Reformen, die eine vernünftige Berufsplanung in diesem Bereich gar nicht zulassen", sagt Daniel. Junge Mediziner lassen sich deshalb immer öfter zu Fachärzten ausbilden. Oder sie arbeiten im Ausland. In einigen Gebieten Skandinaviens gibt's für Hausärzte neben einer Praxis auch das Haus dazu - gratis.
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