Hase-und-Igel-Rennen um Altpapier-Kunden
11.07.2008 | 18:20 Uhr 2008-07-11T18:20:00+0200Unna. Der Kreis Unna macht Ernst gegen die Borkener Entsorgungsfirma „Borchers Kreislaufwirtschaft”. Dass das Unternehmen ab Montag in Königsborn Altpapier einsammeln und eigene Blaue Tonnen aufstellen will, dagegen hat der Kreis rechtliche Bedenken.
Von Jens Schopp 02303-250 80 25
Derweil beginnen die Stadtbetrieb Montag damit, selbst Altpapier-Behälter an die Haushalte zu verteilen – ebenfalls in Königsborn.
„Nach einer ersten Prüfung hält der Kreis Unna die geplante Sammlung für rechtswidrig”, heißt es im Schreiben des Kreises an Borchers. Die Firma habe nun bis zum 18. Juli Zeit für eine Stellungnahme. „Die untere Umweltschutzbehörde geht davon aus, dass während der Anhörungsfrist keine Blauen Tonnen aufgestellt werden. Sollte dies doch geschehen, würde eine Unterlassungsverfügung ergehen”, heißt es weiter. Bernhard Strotmeier, Geschäftsführer von Borchers, kündigte gestern an, „dass wir ab Montag mit dem Sammeln des Altpapiers beginnen werden”. Erster Abfuhrbezirk ist Königsborn. Sollte der Kreis mit einer Unterlassungsverfügung reagieren, werde er gegen diese Einspruch einlegen. „Ich glaube nicht, dass das Vorgehen des Kreises rechtlich haltbar ist”, sagte Strotmeier. Landrat Michael Makiolla vermisst bei Borchers einen Nachweis darüber, was mit dem gesammelten Papier geschehen soll. „Es ist uns mitgeteilt worden, es soll an eine Papierfabrik gehen.” Das sei als Entsorgungsnachweis zu wenig. Ebenso sei fraglich, wie Borchers garantieren will, dass keine Papierverpackungen mit dem Grünen Punkt (Duales System Deutschland, DSD) in ihren Tonnen landet. Das DSD hat nämlich die Verwertungsrechte für diese Abfälle. Genau aus diesem Grund verbot das Hamburgische Oberverwaltungsgericht dem Lüner Entsorger Remondis (Rethmann) am vergangenen Dienstag, in der Hansestadt Blaue Tonnen aufzustellen und dort das Altpapier zu sammeln. Darauf setzt der Kreis jetzt seine Hoffnungen, dass Borchers erst gar nicht auf den Markt im Kreis Unna gelangt. Makiolla sagt aber auch: „Das Anhörungsverfahren ist ergebnisoffen.” „Wir werden Montag damit beginnen, unsere Blauen Tonnen den Haushalten anzubieten”, sagt Stadtbetriebe-Geschäftsführer Frank Peters. Zunächst, wie Borchers, in Königsborn. Dort fahren die Mitarbeiter der Betriebe die Haushalte an und machen den Königsbornern ihre Behälter schmackhaft. Treffen die Stadtbetriebe die Bewohner nicht an, stellen sie eine Tonne samt Infoblatt dort ab. Die erste Leerung der Blauen Tonnen der Stadt ist für die Woche ab dem 11. August geplant. Frank Peters rechnet damit, dass die Stadtbetriebe übernächste Woche alle 6 400 Blauen Tonnen beisammen hat und flächendeckend in der Stadt verteilen kann.
09:57
Wir finden das Angebot der Firma Borchers sehr gut.
Er bietet zusätzlich zwei kostenlose Reinigungen
der Biotonnen an.
Wir als Behinderte werden dieses Angebot
gerne in Anspruch nehmen.
Weitere Reinigungen der Tonnen können gegen
Rechnung noch dazu bestellt werden.
Die Stadt ist ja nicht in der Lage einen solchen
Dienst anzubieten.
Jetzt geht es ums Geld, nun muss die blaue Tonne der Stadt her obwohl vorher jemand eine
gute Lösung anbietet.
Hoffentlich hat die Klage der Stadt keinen Erfolg.
07:07
Ich habe schon lange auf die Blaue Tonne gewartet, denn bei mir fällt einiges an Papier an. Doch jedes Mal, wenn ich einen der aufgestellten Papiercontainer aufsuchte, waren diese überfüllt und der Platz drumherum sah aus, wie eine Müllkippe. Ich hoffe mit der Nutzung der Blauen Tonne durch recht viele Bürger, verschwindet bald dieser häßliche Schandfleck aus dem Kreisgebiet. Zugegeben, für die Bürger stellt sich das Problem, wohin mit der Tonne? Aber es nmuss ja nicht jeder eine eigene Tonne haben. Es können sich auch mehrere Nachbarn zusammen tun und eine gemeinsame Tonne nutzen.
Unsinnig finde ich nur, wenn mehrere Unternehmen einen Wertstoff wie das Papier abfahren wollen. Man stelle sich nur mal ein Vekehr der Müllautos vor, der dann in den Straßen herrscht.
04:40
Ich finde unsere Entsorgungsmanie einfach nur noch sehr amüsant, auch wenn mich der Spaß sehr viel Geld kostet.
Neben dem Tatsache, dass Remondis das Sammeln von Papier wegen möglicher Fehlwürfen von Abfällen des Grünen Punktes verboten wird und der Tatsache, dass wir jetzt für jede Abfallart in unserem System von verschiedenen Unternehmen und dem Kreis Mülltonnen bekommen, sollte jemand man darauf aufmerksam machen, dass das alles überflüssig ist. Mülltrennung ist nur sinnvoll, wenn die Bürger alles in eine Tonne wirft und Maschinen die Sachen dann trennen, weil nur auf diese Weise die Reinheit erreicht wird, dass die Sachen auch recycelt werden können.
Aber so wie es aussieht, werde ich wohl wie alle anderen viel Platz schaffen müssen, für die vielen Mülltonnen, die noch kommen werden.
Kleine Rechnung: 2 Unternehmen (Remondis und Borchers) und der Kreis ergeben bei 5 interessanten Müllsorten (Papier, Weißglas, Grünglas, Braunglas, Kleidung) dann 15 Mülltonen. Wirklich ein künstlerischer Traum :-)
01:41
Wäre die Tonne nicht so groß, sollte man sie der Stadt um die Ohren hauen.
Was meinen die eigentlich wie viele Mülltonnen und gelbe Säcke ich noch vor der Tür stehen haben will.
Ich laufe gerade einmal 50 Schritte zu einem großen Papiercontainer und nun habe ich so eine häßlich Tonne direkt am Haus.
Ich weiß noch nicht einmal, wo ich sie überhaupt hinstellen soll.
Fehlt jetzt nur noch die Tonne für das Altglas.
Vielleicht sollte die Stadt Unna erst einmal damit anfangen ihre schwachsinnigen Ideen zu entsorgen, dafür hätte ich dann ab Montag eine blaue Tonne anzubieten.
16:49
Arroganz der Obrigkeit
Was glaubt der Kreis eigentlich, mit welchem Recht und Fähigkeit er dem Privatunternehmen eine solche Aktion unterbinden lassen zu wollen ????
Hat der Kreis plötzlich die Weißheit mit dem Löffel gefressen, wenn er glaubt, er alleine könne mit den kommunalen blauen Tonnen das Altpapier besser und rechtlicher Entsorgen??????
Mich würde wirklich interessieren, welche besonderen Fähigkeiten die Herren bewogen hat, so zu reagieren?
Kann es vielleicht am Geld liegen, welches hier erwirtschaftet wird, und jetzt nicht mehr für zweifelhafte Ausgaben oder honorierung selbst ernannter Posten zur verfügung steht?
Ich kann nur hoffen, das der Kreis hiermit kein Erfolg hat, damit die selbstherrlichkeit wenigstens hier beschränkt wird und der Bürger, welcher anscheinend für dumm verkauft werden soll begreift, was alles hinter verschlossenen Türen volzogen wird !