Betriebsräte gründen
Gewerkschaft ermuntert zu mehr Mitbestimmung
11.01.2010 | 11:57 Uhr 2010-01-11T11:57:00+0100
Unna. Den Betrieben der Region steht ein Superwahljahr bevor. Von Anfang März bis Ende Mai werden Betriebsräte, Schwerbehinderten- und Auszubildenden-Vertretungen gewählt. Warum das wichtig ist, erklärt der Unnaer IG-Metall-Sekretär Helmut Spänhoff.
Wer darf einen Betriebsrat gründen und wählen?
Helmut Spänhoff: Betriebe ab fünf Beschäftigten. In Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern ist der Betriebsrat drei Mitglieder stark. Freigestellt von ihrer Arbeit werden Betriebsräte ab einer Belegschaft von 201 Mitarbeitern.
Wer darf Betriebsrat werden?
Jeder. Dafür muss man auch kein Gewerkschafter sein. Betriebsrat und Gewerkschaft sind zweierlei Sachen. Die IG Metall freut sich natürlich über jedes neue Mitglied. Wir signalisieren aber jedem Betrieb: Wir sind für euch da!
Um was zu tun?
Um etwa Rechtsansprüche von Arbeitnehmern durchzusetzen. Als IG-Metall-Mitglied können Beschäftigte tarifliche Leistungen einklagen. Selbst dann, wenn der Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist.
Was ist der Vorteil eines Betriebsrates?
Es gibt viele Vorteile. Er hat Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht in sozialen Angelegenheiten. In Fragen, wie die Arbeit zeitlich gestaffelt wird, ob es Arbeitszeitkonten gibt, bei der Urlaubsplanung, wie Lohn gezahlt und gestaltet wird, ob es Prämien gibt und so weiter, in Fragen von Arbeits- und Gesundheitsschutz. Ohne Betriebsrat muss jeder seinen Vertrag selbst aushandeln.
Was tut ein Betriebsrat in Krisenzeiten?
Er versucht, Arbeitsplätze zu sichern. Grundsätzlich muss er bei Einstellungen, Versetzungen oder Kündigungen gehört werden. Er handelt Sozialpläne mit aus.
Ihr Wunsch für 2010?
Dass viele Betriebe dem Beispiel Eberspächer folgen und Betriebsräte gründen. Wir können im Moment nur in etwa einem Drittel von 500 Betrieben der Branche tätig werden. Ohne Betriebsrat sind wir mehr oder weniger außen vor.
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