Geknackte Automaten lieferten nur Kleingeld
17.05.2010 | 17:32 Uhr 2010-05-17T17:32:00+0200
Unna. Ein 34-Jähriger Familienvater stand am Montag vor Gericht. Die Gelegenheit hatte ihn zum Dieb gemacht: für 80 Euro.
Unna. Vier Mal schlich der arbeitslose Unnaer in den Keller, um die Geldautomaten der Gemeinschafts-Waschküche zu knacken. 80 Euro räumte er dabei insgesamt aus. Die Rechnung ging gleich in doppelter Hinsicht nicht auf: 800 Euro Strafe muss er nun für seine Tat zahlen.
"Wir wussten nicht weiter"
Schon vor der Urteilsverkündung kam der Angeklagte bei seinem Geständnis zu der Einsicht: „Das war blöd für 80 Euro.” Der 34-jährige Vater einer leiblichen und einer Ziehtochter erzählte, dass er durch einen Zufall an den Schlüssel gekommen sei, der ihm den Weg zu den Automaten ebnete, als er beim Auszug eines Nachbars mithalf. „Zuerst habe ich gar nicht mehr daran gedacht. Aber wie das so ist mit Hartz IV, wir haben kaum Geld und wussten nicht mehr weiter”, so der Angeklagte. Also sei er in den Raum mit den Geldautomaten für die Waschmaschinen geschlichen und habe das Kleingeld eingesteckt.
„Gelegenheit macht Diebe, scheint hier die Devise zu sein”, fasste Richterin Dr. Mareike Becker das Motiv zusammen. Sie rechnete dem Angeklagten das Geständnis positiv an. Nach einem Blick in das Vorstrafenregister gab die Richterin aber zu bedenken: „Da ist eine gewisse kriminelle Energie zu erkennen.” Da die Beute so gering ausfiel, ließ es Dr. Mareike Becker bei einer Geldstrafe bewenden – mit dem Hinweis: „Das ist mit Sicherheit das letzte Mal, dass Sie eine Geldstrafe bekommen.”
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