GAL kritisiert Ansiedelung einer Eliteschule
26.01.2010 | 11:04 Uhr 2010-01-26T11:04:00+0100Unna. Die Ansiedlung der Eliteschule "St. George's" in Massen sorgt für politische Diskussionen in Unna. Die Grünen lehnen die Idee vehement ab: Sie fürchten eine „Zunahme an Ausgrenzung" innerhalb der Gesellschaft.
Die Ansiedlung der englischen Privatschule St. George's sorgt für politische Diskussionen in Unna. Die Grün-Alternative-Liste (GAL) befürchtet eine „Zunahme an Ausgrenzung" innerhalb der Gesellschaft, sollte die Eliteschule sich in Massen ansiedeln. Stattdessen fordert die Partei eine „individuelle Förderung" aller Kinder bis zur 9. Klasse in einer Gemeinschaftsschule. Damit bezieht die GAL erstmals öffentlich Stellung gegen die Errichtung der Privatschule in der ehemaligen Massener Landesstelle.
Mit dieser Einstellung steht die GAL allerdings ziemlich allein da. Klaus Göldner, Fraktionsvorsitzender der CDU Unna, sieht die Ansiedlung der St. George's School als eine Bereicherung des örtlichen Schulangebots.
In Massen will eine Eliteschule eröffnen. Würden Sie Ihr Kind dort anmelden?
„Niemand braucht sein Kind da hin zu schicken. Doch jeder sollte die Wahl haben sein Kind auch auf eine Privatschule schicken zu können." Zudem entstehe Unna dadurch ein wirtschaftlicher Vorteil, da Mitarbeiter internationaler Firmen sich oft dort niederlassen würden, wo es eine ihren Bedürfnissen entsprechende Infrastruktur gäbe.
Martin Bick von der FDP Unna erklärte, dass seine Partei eine verstärkte Ansiedlung von Privatschulen sogar ausdrücklich befürwortet. „Mehr Schulen bedeutet mehr Wettbewerb und mehr Konkurrenzdruck für die Schulen. Langfristig wird es dadurch zu einer qualitativen Verbesserung in allen Einrichtungen kommen", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Das Schulsystem befände sich im Wandel. Gesamtschulen seien jedoch keine Alternative, denn: „Es gilt, Begabungen gezielt zu fördern. Und dies geht nur, wenn unterschiedlich Begabte in unterschiedlichen Schulen gefördert werden", so Martin Bick.
Ähnlich sieht es Michael Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der SPD Unna. „Es geht doch nicht an, dass wir im Jahr der europäischen Kulturhauptstadt einer internationalen Schule verbieten, sich bei uns anzusiedeln", kritisierte Hoffmann die GAL. Da zudem das gesamte östliche Ruhrgebiet zum Einzugsgebiet der Schule gehört, schätze er, dass maximal zwei bis drei Kinder aus Unna auf die Privatschule wechseln würden.
Die St. George's School ist eine sogenannte Ergänzungsschule, die sich nicht an das deutsche Curriculum hält. Das Schulministerium erteilt solchen Privatschulen auf freiwilliger Basis die staatliche Anerkennung. Vor der Eröffnung der Schule muss der neue Standort der zuständigen Bezirksregierung mitgeteilt werden. Es herrscht jedoch freie Standortwahl. Weder das Schulamt noch lokale Parteien können dies beeinflussen.
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