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Evangelisches Krankenhaus

EK sucht Nähe zu anderen Kliniken

05.11.2011 | 15:34 Uhr
EK sucht Nähe zu anderen Kliniken
Dr. Dietmar Herberhold.

Unna.In der aktuellen Krise steht das Evangelische Krankenhaus (EK) nicht alleine da. Weil die Klinik zu einer von insgesamt 13 Einrichtungen gehört, die sich bereits im Jahr 2003 im so genannten Valeo-Verbund zusammengeschlossen haben, soll diese Zusammenarbeit in den kommenden Jahren vertieft werden. „Es ist immer besser, breite Schultern zu haben“, sagte Dr. Dietmar Herberhold, EK-Stiftungsvorstand.

Die Erkenntnis ist nicht neu, erfährt aber aufgrund der aktuellen Situation am EK eine neue Dimension. Denn die Klinik hat Liquiditätsprobleme. Nach eigenen Angaben, wegen einer schlechter Zahlungsmoral der Krankenkassen und einer schlechter Minderbelegung der Klinik im Sommer. Die Klinik müss e deshalb 850 000 Euro einsparen. 650 000 Euro sollen die 500 Mitarbeiter beisteuern, indem sie auf ihre Jahressonderleistung (Weihnachtsgeld) verzichten. Dagegen hat die Mitarbeitervertretung, die dem Verzicht zustimmen müsste, bereits Protest eingelegt. Wenn überhaupt, wollen die Mitarbeiter der Klinik das Weihnachtsgeld stunden, wie sie es schon einmal im Jahr 2007 gemacht haben.

In so einer Krise ist die Suche nach starken Partnerschaften nicht ungewöhnlich. Dass eine engere Verzahnung hauptsächlich der Valeo-Häuser in Unna, Hamm und Lippstadt in den kommenden Jahren angestrebt wird, ist zudem nichts Neues. Schon heute wird für diese drei evangelischen Krankenhäuser etwa der Apothekeneinkauf zentral von Unna aus organisiert. „Wir werden aber bereits im kommenden Jahr diese Zusammenarbeit weiter intensivieren“, betonte Herberhold. Gespräche über eine konkrete Fusion der drei Häuser gebe es aber nicht. „Dazu hat mich auch nicht der Stiftungsrat ermächtigt“, so Herberhold.

Zwar bilden Hamm und Lippstadt ab 1. Januar 2012 gesellschaftsrechtlich eine Holding – das Unnaer Stiftungsmodell sieht diese Lösung aber nicht vor. Noch nicht. „Wenn überhaupt sprechen wir von einem Zeitraum von mindestens drei Jahren, um die Stiftung in eine GmbH zu überführen“, erklärte Herberhold.

Unbestritten sind indes wirtschaftliche Vorteile aus einer engeren Kooperation. Im Verbund ist es einfacher, etwaige finanzielle Durststrecken zu meistern.

Denn aktuell steckt das EK in der Bredouille, dass es dringend Geld benötigt, die Mitarbeiter aber nicht bereit sind, nach einem schmerzhaften Lohnverzicht im Februar dieses Jahres erneut für die finanzielle Misere der Klinik den Kopf hinzuhalten. Zumal im Februar betont wurde, dass die Jahressonderleistungen unangetastet bleiben.

Ab Montag (7. November) treten Stiftungsvorstand und Mitarbeitervertretung erneut in Verhandlungen. Statt einer ersatzlosen Streichung des Weihnachtsgeldes in diesem und im kommenden Jahr wollen die Mitarbeiter das Geld in diesem Jahr nur stunden. Wenn der finanzielle Engpass überbrückt ist, spreche doch nichts dagegen, den Mitarbeitern das Geld auszuzahlen. „Es sei denn, wir haben größere Probleme als uns in der vergangenen Wochen mitgeteilt wurde“, sagt eine Krankenhausmitarbeiterin.

Lars Reckermann

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