Einzelhändler gegen Trödelmarkt
26.01.2012 | 18:45 Uhr 2012-01-26T18:45:00+0100
Unna.Die regelmäßigen Sonntagströdel auf dem Zurbrüggen-Parkplatz sind der organisierten Händlerschaft ein Dorn im Auge. Der Vorsitzende des City-Werberings Unna (CWU), Wolfgang Leiendecker, fordert die Stadt zu einer Bestandsaufnahme auf: „Denn statt mit altem Trödel sind da viele Stände mit Neuwaren bestückt.“ Zu viele aus Sicht des CWU, wodurch die Trödler das Ladenöffnungsgesetz mit Verkaufsverbot am Sonntag umschiffen würden.
Es sei doch ganz klar, dass der Trödel bei Zurbrüggen Kaufkraft der Besucher binde, „die für die Händler vor Ort verloren geht“, ergänzt Vorstandsmitglied Reiner Harting. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) sehe diese Verkaufspraxis kritisch.
Die Stadt signalisiert auf Anfrage unserer Zeitung generell Gesprächsbereitschaft, sieht aber wenig Handhabe, um im Sinne der Händler vorzugehen. „Wir reden hier zwar von einem Trödelmarkt, den gibt es rechtlich aber nicht, da die Veranstaltung nach Gewerbeordnung als Jahrmarkt festgesetzt ist“, erklärt Ordnungsamt-Chef Wolfgang Rickert.
Veranstalter des Privatmarktes ist die Dortmunder Ostwald GmbH, die auch in der Westfalenmetropole regelmäßig Trödelmärkte durchführt. „Ein Vollprofi“, so Wolfgang Rickert, „der sich genau an die Festsetzungen und unsere Vorgaben hält.“ So müsse zwischen den (Trödel-)Jahrmärkten ein Mindestabstand von einem Monat liegen. „Zudem haben wir vereinbart“, so Rickert, „dass übers Jahr ein Viertel der Stände mit gebrauchter Trödelware bestückt sein muss.“
Und selbst die von der CWU angesprochene und für Unna zuständige IHK zu Dortmund gibt dem CWU laut ihrem im Internet abrufbaren Merkblatt zur Festsetzung von Jahrmärkten keine Rückendeckung, „ein hohes Angebot von Neuwaren“ reiche für eine Auflagenerteilung nicht aus.
Kritik übt der CWU auch am Weihnachtsmarkt. Auch hier sei der Händlermix zu überprüfen und statt weit auseinanderstehender Buden könnte eine Verdichtung des Angebots mehr Flair bringen. Wobei mit Blick auf die Einzelhändler bei der Planung bedacht werden müsse, „nicht die dekorierten Schaufenster der Geschäfte zuzustellen“.
17:24
Lächerlich kann ich als Verbraucher da nur sagen. Was kommt als nächstes, Sonntagskaufverbot im Internet da dem gemeinen Unnaer Einzeländler hierdurch auch Einnahmen entgehen ?
Der Trödelmarkt auf dem Zurbrüggen Gelände hat sich in den letzten Jahren zu einem schönen gemeinsamen Familien "Trödelhighlight" etabliert. Wenn der CWU glaubt die rückläufige Kaufkraft der Unnaer Kunden durch derart abstruse Vorhaben rück zugewinnen, so denke ich, ist der CWU auf dem Holzweg.
Es liegt doch viel mehr an den unatraktiven Angeboten der Einzelhändler und gestaltetene Einkaufsmöglichkeiten als an einem "Jahrmarkt" der gerne von der Unnaer Käuferschaft als unterhaltsame Abwechselung angenommen wird.
Wenn der Einzelhandel nicht anfängt umzudenken, so prognostiziere ich harte Zeiten für selbigen. Die nächsten Jahre werden die Spreu vom Weizen trennen - dem Internet sei Dank.