Eine Leidenschaft, die Leiden schafft
29.07.2007 | 01:16 Uhr 2007-07-29T01:16:33+0200Königsborn. (rs) Wenn Tattoo-Großmeister Olaf Kraus (44) zur Party ruft, dann kommen sie alle. Tausende Fans der dauerhaften Körperbemalung pilgerten am Wochenende zur Festwiese am Salzweg und feierten die bunte Kunst auf nackter Haut.
Der Begriff "Party" hat für den jährlichen Treff der Tattoo-Szene in Königsborn eigentlich schon ausgedient. Obwohl das Wetter am Samstag nicht gerade zu einer Freiluftfeier einlud, herrschte in Königsborn internationale Volksfeststimmung: Sogar aus Australien, Amerika und Südafrika waren Tattoo-Freunde angereist, um ihre neuen oder erweiterten Kunstwerke auf der körpereigenen Leinwand zu präsentieren. "Besonders im Trend sind realistische Bilder. Fotomotive, die groß auf die Haut übertragen werden", erzählte Gastgeber Olaf Kraus. Gefragt seien dabei unter anderem Erinnerungsportraits von verblichenen Angehörigen.
Wie es sich anfühlt, wenn die Tätowiernadel mit 3 000 Stichen pro Minute die Farbe unter die Haut spritzt, konnte Kraus auch denjenigen Gästen beschreiben, die sich am Samstag für eigenes Körperkunstwerk interessierten: "Das ist ungefähr so, als wenn eine feine Drahtbürste über die Haut schürft", erzählte er.
Qualen, die eingefleischte Tattoo-Fans gerne in Kauf nehmen. "Das ist eben eine Leidenschaft, die Leiden schafft", poesierte Oliver Burneleut (25) aus Essen, der für seine dämonischen Motive mit einem Pokal ausgezeichnet wurde. "Im Bereich der Rippen schmerzt es besonders", weiß er nach über 20 Besuchen beim Tätowierer. Solange auf seiner Haut noch Platz ist, will er aber weitermachen.Viele Eindrücke der schrillen Tattoo-Party gibt es im Internet unter:
www.westfaelische- rundschau.de
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