Ein Stromausfall mit Dominoeffekt
29.05.2009 | 17:19 Uhr 2009-05-29T17:19:00+0200Unna. In rund 7 000 Haushalten in der Innenstadt und in Königsborn gingen Donnerstagabend Licht und Fernseher aus (wir berichteten). Grund war eine Verkettung unglücklicher Umstände, erklärte Georg Nicolaiciuc von den Unnaer Stadtwerken.
Zunächst brannte eine Kabelverbindung, eine so genannte Muffe, im Bereich der Mühle Bremme, durch. Um 21.08 Uhr ging die Fehlermeldung beim Leitstand der Stadtwerke ein. Der Notdienst wurde alarmiert.
Der Defekt in der alten Gußmuffe, die vier Hauptkabel aus den Jahren 1951 bis 1967 mit neuen Stromadern aus den 80ern verbindet, hatte vier Hauptleitungen und damit die zentrale Versorgung der Hauptstation Leibnizstraße lahm gelegt. Wohl in Folge von jahre- oder jahrzehntelangen Vorschädigungen war die Verbindung durchgebrannt, so Nicolaiciuc. Und als die Stadtwerke das Kabel Nummer fünf, die Reserveleitung für die City und große Teile Königsborns, unter Spannung setzten, schmorte auch das durch. Erst um 23.08 Uhr waren alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt.
Georg Nicolaiciuc schätzt, dass der Stromausfall die Stadtwerke rund 10 000 Euro kosten wird. Eine Fachfirma wechselte an der Mühle Bremme und im Bereich der Körnerstraße die durchgebrannten Muffen aus. Eine Muffe kostet rund 600 Euro. Hinzu komme der Arbeitslohn von rund 1 400 Euro, sagt Nicolaiciuc. Der Stromausfall war einer der längsten und größten der vergangenen Jahre. Nicht mehr unter Strom standen beispielweise die Sparkasse, Volksbank oder das Rathaus. Im Katharinenhospital sprangen beispielsweise die Notaggregate an.
Die zentrale Stromverteiler-Station an der Leibnizstraße wird ersetzt. Sie wurde vor mehr als 40 Jahren von den Dortmunder VEW gebaut. „Die großen Schaltanlagen von damals sind heute viel kleiner”, so Nicolaiciuc. Mitte kommenden Jahres soll die neue Stromstation in Betrieb gehen.
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