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60 Jahre Goten

Ein Pfadfinder macht keine halben Sachen

24.05.2010 | 16:38 Uhr

Königsborn. Sie halfen schon vor 60 Jahren Omas über den Zebrastreifen, fuhren ins Sommerlager und durchquerten mit dem Kompass den Wald.

Doch auch heute brauchen die meisten der ehemaligen Unnaer Pfadfinder des Stamms Goten Unna kein Navigationssystem im Auto. Während zusammen mit befreundeten Stämmen fast 300 „Wölflinge”, „Juffis”, „Pfadis” und „Rover” im Kurpark anlässlich des 60-jährigen Bestehens ihrer Ortsgruppe campten, feierten die Ehemaligen im Herz-Jesu-Gemeindehaus Wiedersehen.

Jahrzehnte hatten sie sich nicht mehr gesehen, und bei einigen war das letzte Gruppentreffen schon über 40 Jahre her – mit 21 Jahren endet nämlich die aktive Zeit in der Jugendbewegung. „Pfadfinder bleibt man aber ein Leben lang”, sagt Ingo Schrage und muss dabei lächeln. Aus Fürstenfeldbruck in Oberbayern hat er den Weg zum Ehemaligentreffen gefunden – ohne Navi-System im Auto, versteht sich – und damit die weiteste Anreise. 1955 fuhr er erstmals mit den Unnaer Pfadfindern in Zeltlager, damals war der heutige Professor für Bauingenieurwesen 13 Jahre. „Ich war damals froh, endlich mal von Zuhause weg zu kommen”, erinnerte sich Schrage. Neben den Zeltlagern trafen sich die Unnaer Pfadfinder jede Woche zum so genannten „Heimabend” im linken Glockenturm von St. Katharina. „Bis es dem damaligen Pfarrer zu laut wurde und uns rausgeschmissen hat – wir trafen uns ab dann im Keller des Kindergartens an der Mozartstraße.” Dort residiert der Stamm der Goten noch heute. Was man als ehemaliger Pfadfinder fürs Leben mitnehmen kann? Da braucht Schrage nicht lange überlegen: „Gehorche aus freiem Willen und tu nichts halb”, fasst er zusammen. Schließlich ist das Ziel der Pfadfinderbewegung die Förderung der Entwicklung junger Menschen, damit sie in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können. Von über 500 ausfindig gemachten und für Sonntag eingeladenen Ex- Pfadfindern schauten immerhin 130 vorbei und erinnerten sich bei eine Schüssel Gulaschsuppe an die Zeltlagerzeit von einst.

Ruben Schulte

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