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Unnaer Autozulieferer

Eberspächer kündigt 62 Mitarbeitern

07.05.2009 | 18:11 Uhr
Eberspächer kündigt 62 Mitarbeitern

Unna. Schwerer Schlag für den Standort Unna des Autozulieferers Eberspächer: Mehr als die Hälfte der 118 Beschäftigten verliert den Job.

Firmeninhaber Martin Peters und Kollegen informierten am Donnerstag ab 14 Uhr die Mitarbeiter an der Heinrich-Hertz-Straße über 62 betriebsbedingte Kündigungen. Damit verschwindet im Ex-Purem-Werk eine ganze Produktionseinheit von Abgassystemen.

Wie Martin Peters auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, sei die Unnaer „Nischenproduktion” von Abgassystemen für Feuerwehrwagen, Unimogs oder Busse voll von der Flaute im Nutzfahrzeugbereich getroffen worden.

War die Fertigung in Unna im Jahr 2008 mit 22 000 Abgasanlagen noch gut ausgelastet, änderte sich das Bild im ersten Quartal 2009 dramatisch. Die Aufträge gingen um mehr als 50 Prozent zurück. Das Unternehmen mit Sitz in Esslingen/Saarland geht nur noch von 11 000 Stück aus.

Die Produktion dieser Anlagen werde nun an den Produktionsort Neunkirchen (1600 Mitarbeiter) verlagert, so Sprecherin Gabriela Schoppe. Eberspächer kämpft gegen die Wirtschaftskrise an, musste bereits an mehreren Standorten Kurzarbeit anmelden und war wegen der Informationspolitik zur Entlassung von 40 Mitarbeitern in Sindelfingen hart kritisiert worden.

Wegen der Sindelfinger Erfahrung, so Peters, seien gestern zuerst die Mitarbeiter informiert worden. Anzeichen für die Krise hatte es auch in Unna bereits gegeben. Von 20 befristet Beschäftigten habe sich die Firma seit Sommer bereits getrennt, im Februar die Wochenarbeitszeit in der Fertigung von 40 auf 35 Stunden reduziert. Schließtage habe es gegeben, auch längere Weihnachtsferien. Den Gekündigten habe er eine freiwillige Abfindungsregelung nach üblicher Formel angeboten, so Peters. Eberspächer hat Einzelverträge abgeschlossen, keinen Betriebsrat und ist nicht im Flächentarif.

Am Standort Unna wird Eberspächer die Forschung und Entwicklung von anderen Abgassystemen mit derzeit 56 Mitarbeitern beibehalten. Laut Peters strebe man in diesem Bereich die Marktführerschaft an. Aufträge für Abgassysteme nach der Euro-Norm 6 (ab 2013) und dem US-Standard (EPA 10) würden die Ingenieure voll auslasten. 15 neue Stellen in diesem Bereich, die 2009 vorgesehen waren, würden auch behutsam besetzt, so Peters.

Eberspächer hatte Purem 2007 mit 135 Mitarbeitern übernommen. Normale Fluktuation, so Sprecherin Schoppe, habe zum Mitarbeiterstand von zuletzt 118 geführt.

Volker Stephan

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Kommentare
09.05.2009
10:18
Eberspächer kündigt 62 Mitarbeitern
von der Martin ne | #1

Ist es nicht süß, wie leid allen diese Entscheidung
tut! Hier wurde in bester Heuschreckenmanier ein Unternehmen ausgesaugt, solange es durch bestehende Verträge profitabel war! Mit Auslauf der Verträge ( zufällig Ende August) sind die Mitarbeiter in Unna überflüssig, den selben Mitarbeitern wurde 2 Jahre lang erzählt wie wichtig sie sind und was für eine blühende Zukunft der Standort hat! Diese Entscheidung wurde schon bei der Übernahme dieses Unternehmes getroffen und jetzt verstecken sich die hohen Herren hinter der Wirtschaftskrise. Wie wär es mit Gehaltsverzicht Herr Dr. Wünsche?!

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